GEKE: Evangelische Kirchen bringen europäische Einigung voran

Bischof Gusztáv Bölcskei: Thomas Wipf hat wertvolle Impulse für die öffentliche Relevanz der reformierten Theologie gesetzt

Die Reformierte Universität Debrecen verleiht GEKE-Präsident Thomas Wipf die Doktorwürde der Theologie ehrenhalber für die Stärkung der Rolle der Kirchen als Brückenbauer im europäischen Einigungsprozess.

Thomas Wipf, Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE und des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK, wurde heute durch die Reformierte Theologische Universität Debrecen (Ungarn) mit der Doktorwürde der Theologie ehrenhalber ausgezeichnet.

„Ohne die reformatorische Botschaft der Freiheit wäre ein geeintes Europa nicht denkbar“, so Thomas Wipf in seinem Vortrag. Die evangelische Kirche lebe vor, dass Einigungsprozesse stets von Veränderungen begleitet werden. „Diese Reformoffenheit der evangelischen Kirchen, das Selbstverständnis als Konfession der Freiheit und einer weltbejahenden Mitverantwortung bringen die Verständigung unter den europäischen Ländern voran“.

Die evangelischen Kirchen seien dem Wandel gegenüber aufgeschlossen, betonte Wipf. „Werte und Einstellungen verändern sich. Dem trägt die Kirche Rechnung, wenn sie einen Beitrag zu aktuellen Themen erarbeitet, der auf die wechselnden Lebensrealitäten anwendbar ist“. Die evangelische Kirche könne dabei mit ihrem ethischen Horizont „eine andere Art Gerechtigkeit einbringen“.

Das öffentliche Interesse an der evangelischen Stimme zu dringenden gesellschaftlichen und politischen Fragen sei deutlich gestiegen. „Die evangelischen Kirchen sind nicht in einem dogmatischen System gefangen. Ihre Kirchenleitungen sind keine autoritativen Lehrinstanzen.“ Die Freiheit, sich als Kirche vor dem Hintergrund einer lebendigen und aktuellen Auslegung des Evangeliums zu politischen Grundfragen zu äussern und gehört zu werden, sei „ihre grosse Chance und Verpflichtung“.

Die Ehrenpromotion wurde im Rahmen des wissenschaftlichen Symposiums „20 Jahre nach der Wende – Bilanz der theologischen und kirchlichen Neuorientierung“ zum Fest der ungarischen Wissenschaft 2010 verliehen. Thomas Wipf habe wertvolle Impulse für die öffentliche Relevanz der reformierten Theologie gesetzt, so der leitende Bischof der Reformierten Kirche in Ungarn, Gusztáv Bölcskei, in seiner Laudatio.

Als Präsident der GEKE habe Wipf zudem die Rolle der Kirchen als Brückenbauer im europäischen Einigungsprozess gestärkt. Auf Grundlage des Ökumenemodells der GEKE habe Wipf die Zusammenarbeit der europäischen evangelischen Kirchen intensiviert.

Debrecen/Bern, 4. November 2010


Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE, Pressemitteilung, 4. November 2010


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