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Schweiz: 21 Organisationen lancieren Petition gegen Agrotreibstoffe
RNA/sda Agrotreibstoffe verschärften den Hunger in Entwicklungsländern und zerstörten Umwelt und Tropenwälder, begründen die Organisationen der «Plattform Agrotreibstoffe» ihr Anliegen. Diese negativen Auswirkungen müssten verhindert werden.
Nach dem Willen der Organisationen sollen nur Agrotreibstoffe zugelassen werden, deren Produktion keine sozial oder ökologisch problematischen Auswirkungen hat. Im Visier haben sie vor allem geplante Produktionsanlagen in Bad Zurzach AG und in Delémont JU. Beide wollen Rohstoffe aus Entwicklungsländern einführen. In Delémont soll der Treibstoff aus brasilianischem Zuckerrohr hergestellt werden, in Bad Zurzach aus mosambikanischen Jatropha-Nüssen. Sowohl in Brasilien als auch in Mosambik sei die Ernährungssicherheit der Bevölkerung nicht gewährleistet, halten die Organisationen fest. Jatropha verdränge den Anbau von Nahrungsmitteln, sagte Daniel Ribeiro von der Organisation Justiça Ambiental aus Mosambik vor den Medien in Bern. In einem Land, in dem ein Drittel der Bevölkerung an Mangelernährung leide, sei dies keine
Option. Mit der Petition wollen die Organisationen Druck aufs Parlament machen: Die Umweltkommission des Nationalrates (UREK) arbeitet derzeit an einer Verschärfung der geltenden Gesetze. Strengere Bestimmungen seien dringlich, sagte SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner an der Medienkonferenz.
Die Petition wird von 21 Organisationen unterstützt, darunter die Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke, Alliance Sud, die Erklärung von Bern sowie Greenpeace, Pro Natura und die reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn.
Reformierte Nachrichten, 23. April 2010
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