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Ungarn: Kirchenverfolgung und Kirchenverfolger in der Kádár-Ära
Bei der Konferenz „Kirchenverfolgung und Kirchenverfolger in der Kádár-Ära“ standen unterdessen nicht so sehr die Namen der für staatliche Interessen gewonnenen Mitarbeiter, sondern vielmehr die Eigenheiten dieser Epoche im Mittelpunkt. Auf der Konferenz am 6. und 7. Mai 2010, an der auch Kardinal Péter Erdı und der lutherische Landeskurator Gergely Prıhle teilnahmen, wurde das Thema „Kirchenverfolgung“ in der Zeit János Kádárs, der von 1956 bis 1988 Generalsekretär der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei war, in Form von zwanzig Vorträgen von unterschiedlichen Seiten bedacht. So wurde etwa anhand von Statistiken dargestellt, welch destruierende Wirkungen die Errichtung volkseigener Betriebe und die Kollektivierung des Eigentums auch auf das Glaubensleben und die Religionsausübung hatte und wie „Netzwerke“ auch innerhalb der Kirchen installiert wurden.
Zahlreiche Beispiele wurden aufgeführt: Etwa die Repressalien nach 1956 in der reformierten Kirche und die Methoden, mit denen in der ersten Hälfte der 1960er Jahre die reformierten Jugendgruppen in Budapest zersetzt wurden. Aber auch Vorgänge in kleinen ungarischen Ortschaften und einzelnen Einrichtungen wurden dargestellt.
Pünktlich zu dieser Konferenz erschien der Einführungsband der neuen Schriftenreihe „Háló“ (zu deutsch: „Netz“) des Luther Verlages. In dieser voraussichtlich neunteiligen Reihe wird die Beziehung zwischen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn und der Staatssicherheit zwischen 1945 und 1990 beleuchtet.
Quelle:
Deutschsprachiger Nachrichtendienst
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn
2. Jahrgang, 3. Ausgabe
April–Juni 2010
Verantwortlicher Redakteur: Holger Manke (nachrichtendienst@lutheran.hu)
in Zusammenarbeit mit Bischof Dr. Tamás Fabiny und Dr. Klára Tarr-Cselovszky
bs
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