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Deutschlands "Bibliothek des Jahres 2001" gekürt:
Emder Johannes a Lasco Bibliothek ist die Beste
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Aus Deutschlands nordwestlichster Hafenstadt kommt die Bibliothek
des Jahres 2001. Die Johannes a Lasco Bibliothek wird in Emden am
05. Dezember vom Deutschen Bibliotheksverband e.V. und von der ZEIT-Stiftung
Ebelin und Gerd Bucerius als beste Bibliothek Deutschlands ausgezeichnet.
Eine unabhängige Jury hat sie einstimmig aus 29 Bewerbungen wissenschaftlicher
und öffentlicher Bibliotheken der gesamten Bundesrepublik ausgewählt.
Die Stiftung Johannes a Lasco Bibliothek Große Kirche Emden
ist die erste rechtlich völlig selbständige und sich selber
tragende wissenschaftliche Bibliothekseinrichtung in Deutschland.
Ausschlaggebend für die Ehrung dieser Einrichtung ist ihre
medienwirksame Öffentlichkeitsarbeit, mit der sie sich trotz
der Spezialisierung auf theologische Literatur einem breiten Publikum
öffnet. Sie stellt ihre Räumlichkeiten für Kongresse
und Tagungen, für kulturelle, aber auch für wirtschaftliche
und gesellschaftliche Veranstaltungen zur Verfügung. Sie regt
Forschung an. In besonderer Weise widmet sie sich dem Kulturgut
Buch, in dem sie die in über vier Jahrhunderte gesammelten
Bestände durch Übernahmen und Ankäufe gezielt erweitert
und in Ausstellungen präsentiert. Grenzüberschreitend
arbeitet die Bibliothek mit der Universität Groningen zusammen.
Mit ihr werden unter anderem die Emder Bestände buch- und einbandkundlich
erforscht.
Die Jury hat besonders die großen Erfolge beim Einsatz neuer
Technologien hervorgehoben. So fördert z.B. die Europäische
Union das Projekt reformed online. Als offizieller Kooperationspartner
des Reformierten Weltbundes Genf baut die JAL-Bibliothek hier ein
mehrsprachiges Online-Informations-System auf. Es bietet aktuelle
Informationen für und über den reformierten Protestantismus
mit seinen weltweit 800 reformierten Kirchen und über 105 Millionen
Mitgliedern.
Als preiswürdig hat die Jury weiterhin herausgestellt, dass
zahlreiche private und öffentliche Organisationen die Emder
Bibliothek finanziell unterstützen. Seit 1999 beteiligt sich
die JAL-Bibliothek z.B. an der "Verteilten Digitalen Forschungsbibliothek"
der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie stellt wertvolle Altbestände
über das Internet der Forschung direkt zur Verfügung.
Die Gesellschaft der Freunde der Johannes a Lasco Bibliothek hat
Mittel zur Beschaffung bibliophiler Kostbarkeiten aufgebracht. Die
Europäische Union, die Stiftung Niedersachsen, die Klosterkammer
Hannover, das Land Niedersachsen und viele einzelne Spender und
Sponsoren haben sich finanziell an Maßnahmen der Bibliothek
beteiligt.
Der mit 50 000 DM dotierte Preis ist der einzige nationale Bibliothekspreis
und wird in diesem Jahr zum zweiten Mal für vorbildliche und
innovative Bibliotheksarbeit vergeben. Im letzten Jahr hat die Heinrich-Heine-Bibliothek
in Halberstadt die Auszeichnung erhalten.
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Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Spezialbibliothek - Forschungsstätte - kulturelles Forum
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In den Ruinen der ehemaligen Großen Kirche in Emden entstand
in den Jahren 1992 bis 1995 die Johannes a Lasco Bibliothek. Sie
bildet heute den Rahmen eines vielfältigen Angebots für
Wissenschaft und Kultur, Kirche und Gesellschaft.
Die Bibliothek geht auf das Archiv und die seit 1559 bestehende
Büchersammlung der reformierten Gemeinde Emden zurück.
Unter den zahlreichen Drucken der Reformationszeit befinden sich
auch Werke des polnischen Humanisten und Theologen Johannes a Lasco
(1499-1560) und Bände aus dem Besitz des Erasmus von Rotterdam.
Die Sammlung ist heute eine öffentlich zugängliche geisteswissenschaftliche
Bibliothek und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als
Spezialbibliothek für Geschichte und Theologie des reformierten
Protestantismus gefördert. Die Johannes a Lasco Bibliothek
widmet der Nutzung moderner Medien besondere Aufmerkeit. Unter anderem
entwickelt sie in Kooperation mit dem Reformierten Weltbund in Genf
"reformed
online", ein Internet-Informationssystem für den weltweiten
reformierten Protestantismus.
Den Forschungsbereich der Bibliothek mit Tagungen, Vorträgen,
Publikationen und Stipendien verantwortet ein interdisziplinär
und überkonfessionell besetzter Beirat von Wissenschaftlern
des In- und Auslands unter Vorsitz des Kirchenhistorikers Prof.
Dr. Christoph Stroh von der Ruhr-Universität Bochum. Schwerpunkt
des derzeitigen Programms sind Forschungen zu den Kulturwirkungen
des reformierten Protestantismus in Europa.
Neben wissenschaftlichen Veranstaltungen finden in der Johannes
a Lasco Bibliothek regelmäßig Konzerte, Vorträge
und Ausstellungen statt. Die historischen Räume werden darüber
hinaus von Vertretern aus Kirche, Politik und Wirtschaft gerne als
stilvoller Rahmen für besondere Anlässe genutzt.
Trägerin der Einrichtung ist die Stiftung Johannes a Lasco
Bibliothek Große Kirche Emden, kirchliche Stiftung bR.
Das mit der Wahl zur "Bibliothek des Jahres 2001" verbundene
Preisgeld in Höhe von 50.000 DM wird die Bibliothek dazu verwenden,
ihre Internetangebote und Präsenz in den neuen Medien auszubauen.
Geplant sind unter anderem eine Neugestaltung der Homepage in Deutsch
und Englisch sowie eine 3D-Rekonstruktion der alten Großen
Kirche Emden auf CD-ROM.
Weitere Informationen:
Internet: http://www.jalb.de
Corinna Roeder, Direktorin: Tel. 04921/9150-11
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Pietas Prussica: Politik und Frömmigkeit in Preußen 1525
bis 1701
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Die Johannes a Lasco Bibliothek Emden zeigt in ihren Räumen
seit dem 21.11.2001 die Aus-stellung Pietas Prussica: Politik und
Frömmigkeit in Preußen 1525 bis 1701. Unter diesem Titel
sind in einer kleinen, aber feinen Kabinettausstellung Exponate über
den Zusammenhang von Frömmigkeit und Politik im Herzogtum Preußen
von der Säkularisation des Ordensstaats bis zur Krönung
König Friedrichs I. zusammengetragen. Zu den Höhepunkten
gehören Abendmahlsgerätschaften aus reformierten Gemeinden
Königsberg, ein silbernes Thoraschild aus der jüdischen
Gemeinde, katholische Elfenbeintäfelchen und die seltene Erstausgabe
des Lobwasser-Psalters von 1573. Zwei großformatige Photos belegen
eine Beziehung zwischen Emden und Königsberg: Sowohl das Grabmal
für Herzog Albrecht im Königsberger Dom als auch die Chorschranke
in der Emder Großen Kirche lassen sich auf Entwürfe des
Antwerpener Bildhauers Cornelis Floris zurückführen. Für
die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Oldenburger Bundesinstitut
für Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa
entstand, kamen Leihgaben aus Göttingen, Wolfenbüttel, Hannover
und dem Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg nach Emden.
Sie ist noch bis zum 2. Januar 2001 zu sehen.
Einleitungstext zum historischen Rahmen:
Politik und Frömmigkeit sind in der Geschichte Preußens
von Anfang an aufs engste verflochten.
Die Christianisierung der Pruzzen hatte Anfang des 13. Jh. dem
Deutschen Orden den Anlaß geboten, sich im Nordosten Europas
ein eigenes Herrschaftsgebiet zu erobern. In den folgenden beiden
Jahrhunderten kolonisierte der Orden das Land, es entstanden fast
einhundert Städte und mehr als tausend Dörfer. Das 15.
Jh. war bestimmt von verlustreichen Kriegen mit Polen. 1466 wurde
der preußische Besitz des Ordens auf ein Gebiet eingeschränkt,
das rund 300 Jahre lang Bestand haben sollte: von Memel im Norden
und dem Königsberger Land über die Masuren bis Marienwerder
und Soldau im Westen und Süden; darin eingeschlossen das Fürstbistum
Ermland als eigenständige Herrschaft.
Die Reformation spielte eine Schlüsselrolle in dem Prozeß,
der aus dem preußischen Ordensstaat einen weltlichen Territorialstaat
werden ließ. Deutschordenshochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach
nahm das Land vom polnischen König Sigismund zum Lehen und
leistete 1525 den Lehnseid. Zugleich schloß sich der neue
Herzog der Reformation an: Aus dem Land des Ritterordens wurde das
erste lutherische Territorium. Unter der Herrschaft Herzog Albrechts
erlebte der preußische Staat eine wirtschaftliche und kulturelle
Blüte. Mit der Gründung der Universität in Königsberg
1544 entstand hier auch ein geistiges Zentrum des Luthertums mit
Ausstrahlung auf die benachbarten Gebiete Polens und Litauens.
Von Anfang an war das Herzogtum ein Ort konfessioneller Offenheit:
Glaubensflüchtlinge aus Böhmen und den Niederlanden, aus
den Nachbarländern und später aus Frankreich fanden Aufnahme
und trugen zur Besiedlung, wirtschaftlichen Erschließung und
kulturellen Entwicklung des Landes bei - eine durchaus einkalkulierte
Nebenwirkung der preußischen Religionspolitik.
Mit dem Übergang der Landesherrschaft an die Kurfürsten
von Brandenburg 1603 gewannen in Preußen reformierte Strömungen
an Bedeutung. Kurfürst Johann Sigismund vollzog 1613 offiziell
den Wechsel zum reformierten Bekenntnis, verzichtete aber auf den
Versuch, seinen Glauben im ganzen Land durchzusetzen, zumal er gegenüber
dem polnischen König als seinem Lehnsherrn in Preußen
eine gewisse Öffnung für den katholischen Glauben zusagen
mußte. Die preußischen Stände blieben lutherisch
und leisteten anfangs Widerstand gegen das neue Bekenntnis, worin
sie vom polnischen König bestärkt wurden. Doch entwickelte
die Konfession des Hofes eine Ausstrahlung auf die führenden
Adelsfamilien und das Königsberger Bürgertum, so daß
die Zahl der Reformierten ständig zunahm. Erst 1657/60 erreichte
der "Große Kurfürst" Friedrich Wilhelm die
Souveränität Preußens und die Lösung von der
polnischen Krone. Die Religionspolitik des absolutistischen Herrschers
blieb aber vermittelnd, die Rechte der Lutheraner wurden anerkannt.
Die Zahl der reformierten Gemeinden im Land blieb auf drei (Königsberg,
Memel, Tilsit) beschränkt.
Kurfürst Friedrich III. - im Bemühen, mit seinen Nachbarn
in Hannover und Sachsen gleichzuziehen - krönte sich 1701 zum
"König in Preußen": ein Schritt, der
den scharfen, aber vergeblichen Widerspruch des im Reich fortbestehenden
Deutschen Ordens hervorrief. Preußen entwickelte sich in der
Folgezeit mehr und mehr zur Schutzmacht des Protestantismus im Heiligen
Römischen Reich deutscher Nation.
In den Jahren 1709-11 kam es in Nordpreußen, dem sogenannten
Preußisch-Litauen, zu einer Pestepidemie, die ganze Landstriche
entvölkerte. Dem Erlaß Friedrichs zum "Retablissement",
der Neubesiedlung der verödeten Gebiete, folgten Einwanderer
aus Litauen und Polen, aus Magdeburg und Halberstadt, aber auch
Hugenotten, Nassauer und Schweizer. Friedrich Wilhelm I. setzte
die Religions- und Peuplierungspolitik seines Vaters konsequent
fort. Unter seiner Regentschaft wuchs die Bevölkerungszahl
Preußens um 160.000 auf 600.000 Menschen. An dieser Zunahme
hatten auch die Salzburger Emigranten Anteil. Mehr als 10.000
kamen ins Land, nachdem sie 1731 als Lutheraner aus ihrer Heimat
im Fürstbistum Salzburg vertrieben worden waren.
Neben den großen christlichen Konfessionen ließen sich
im Laufe der Jahrhunderte auch mennonitische Siedler, Anhänger
antitrinitarischer Lehren sowie eine wachsende jüdische Bevölkerungsgruppe
in Ostpreußen nieder: eine Vielfalt an Glaubensrichtungen,
die im Europa dieser Zeit ihresgleichen suchte. Das Nebeneinander
von konfessionellem Engagement und religiöser Toleranz, machtpolitischer
Pragmatik und wirtschaftlichem Kalkül bestimmte über Jahrhunderte
den Charakter der politischen Frömmigkeit Preußens, der
Pietas Prussica.
Pietas Prussica
Politik und Frömmigkeit in Preußen
1525 bis 1701
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für
Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg
21. November 2001 - 2. Januar 2002
Eröffnung: 20.11.2001, 19.00 Uhr
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 11.00-18.00 Uhr
Sonnabend 11.00-13.30 Uhr, 14.30-17.00 Uhr
Sonntag 14.30-17.00
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Daniel Chodowiecki (1726-1801) Ein hugenottischer Künstler und
Menschenfreund in Berlin
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Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
17. November 2001 - 2. Januar 2002
1776 schrieb Goethe an die Schriftstellerin Anna Luise Karsch in
Berlin: "Und gehen Sie doch einmal zu Chodowiecki, und räumen
Sie bei ihm auf, was von alten Abdrücken seiner Sachen herumfährt.
Schicken Sie mir's und stehlen Sie ihm etwa eine Zeichnung."
Schon damals war der seit 1743 in der preußischen Metropole
ansässige, aus Danzig gebürtige Daniel Chodowiecki als
Maler und Grafiker sehr populär. Er gehörte zu den wichtigsten
Künstlern, die Gedankengut der europäischen Aufklärung
ins Bild setzten. So sind manche seiner Arbeiten auch Zeugnisse
bürgerlich-moralisierender Bildsatire. Zeitgenossen nannten
ihn den "deutschen Hogarth". Er illustrierte zahlreiche
Bücher, Almanache und Kalender und hierterließ ein umfangreiches
malerisches, zeichnerisches und druckgrafisches Oeuvre.
Weniger bekannt ist, daß Chodowiecki als Nachfahre protestantischer
Glaubensflüchtlinge aus Frankreich über Jahrzehnte ein
aktives und hoch angesehenes Mitglied der Französischen Kirche
zu Berlin war. Er versah das Ehrenamt des Diakons und schuf wichtige
Entwürfe zum Bildprogramm des Französichen Dom auf dem
Gendarmenmarkt. Seine hugenottischen Wurzeln und seine tiefe persönliche
Frömmigkeit prägten sowohl sein Privatleben und sein Engagement
für die Gemeinde als auch sein Werk. Dies wird besonders deutlich
in seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Christentum
der Aufklärung und mit dem Schicksal der Hugenotten. Die Johannes
a Lasco Bibliothek Emden, die Deutsche Hugenotten-Gesellschaft in
Bad Karlshafen und die Französiche Kirche zu Berlin haben zusammen
mit dem Museum Mitte von Berlin eine Ausstellung und einen Katalog
erarbeitet, die diese Aspekte von Chodowieckis Leben und künstlerischem
Werk in den Mittelpunkt rücken. Gezeigt werden u.a. über
60 grafische Werke auf verschiedenen Schaffensperioden.
Die Eröffnung der Ausstellung findet am Mittwoch, dem 14.11.2001,
um 19.30 Uhr statt.
Dr. Ursula Fuhrich-Grubert, Berlin, spricht über "Daniel
Chodowiecki - seine Kunst zwischen bürgerlichem Alltag, reformierter
Prägung und historisch-hugenottischer Tradition".
Katalog
Zur Ausstellung ist ein ausführliches, reich bebildertes Begleitbuch
mit Katalog zum Preis von 39,80 DM erschienen.
Öffnungszeiten:
Di - Fr 11-18 Uhr, Sa 11-13.30 und 14.30. - 17 Uhr, So und Feiertag
14.30 - 17 Uhr.
Montags und vom 27.11. bis 2.12. sowie am 24., 25. und 31.12.2001
geschlossen.
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Internationales Symposium
"Martin Bucer und das Recht"
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Sondermarke der Deutschen Post zu Martin Bucers 450. Todestag.
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Als erste Veranstaltung des neueingerichteten Forschungsprojekts
"Recht und Jurisprudenz im Bereich des reformierten Protestantismus
1550-1650" fand in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden vom
1. bis 3. März 2001 eine Tagung zum Thema "Martin Bucer
und das Recht" statt. Den Anlaß zu der Tagung bildete
der 450. Todestag des Theologen und Reformators von Straßburg,
der am 28.2.1551 im Exil in Cambridge starb. Die in Zusammenarbeit
mit der Bucer-Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
organisierte Veranstaltung war das wichtigste wissenschaftliche
Ereignis zum diesjährigen Gedenken an Bucer in Deutschland.
Martin Bucer war einer der bedeutendsten evangelischen Theologen
seiner Zeit. Mit seiner Tätigkeit prägte er den Verlauf
der Reformation in Straßburg und Oberdeutschland. Er bemühte
sich um eine theologische Vermittlung zwischen den Positionen Zwinglis
und Luthers und versuchte auch, mit Theologen der alten Kirche zu
einem Ausgleich zu kommen. In zahlreichen Werken widmete er sich
der Auslegung der Bibel, der Kirchenorganisation, aber auch Problemen
des christlichen Lebens. In seiner theologischen Eigenständigkeit
und der Originalität seines Denkens ist er heute zu
Unrecht nur noch Wenigen bekannt.
An der Tagung nahmen Experten von Universitäten und Forschungseinrichtungen
in Europa und den USA teil, darunter Juristen, Theologen und Historiker.
Sie hielten Vorträge zu einem Themenkomplex, der bislang noch
wenig untersucht wurde: Martin Bucer hat sich in seinem reformatorischen
Wirken häufig auf das römische und kanonische Recht bezogen.
Er verwandte juristische Argumentationen in vielen seiner Werke,
und mit seiner Interpretation des Verhältnisses von Kirche
und Staat übte er großen Einfluß aus. So widmeten
die Vorträge sich etwa Bucers Auffassung des Widerstandsrechts,
den Bezugnahmen auf römisches und kanonisches Recht in seinen
wichtigsten Werken oder bestimmten Argumentationen, deren er sich
etwa bei Verhandlungen auf Reichstagen bediente.
In einer Abendveranstaltung am 1. März wurde Martin Bucer
einer weiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Dabei wurde
der neueste Band in der Reihe seiner "Deutschen Werke"
erstmals vorgestellt, in dem die Schriften zum Thema "Ehe und
Eherecht" veröffentlicht werden. Der Bucer-Forscher und
Verfasser seiner Biographie, Prof. Dr. Martin Greschat, hielt zudem
einen Vortrag über "Martin Bucers Vorstellungen zur Erneuerung
der Christenheit in Europa". Er zeigte, daß Bucer in
seinen Interessen und persönlichen Kontakten Anteil am Verlauf
der Reformation in vielen europäischen Ländern nahm.
Das Symposion, das erste große Zusammentreffen der Bucer-Forschung
seit der Tagung zum 500. Geburtstag 1991 in Straßburg, wurde
von den Teilnehmern als großer Erfolg betrachtet. Es soll
eine Phase intensiverer Zusammenarbeit der international über
Bucer arbeitenden Forscher einleiten.
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Interdisziplinäres Symposium
"Der Genfer Psalter in seiner Zeit"
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Am 22. und 23. März 2001 fand in der Johannes a Lasco Bibliothek
Emden eine öffentliche Tagung
zum Thema "Der Genfer Psalter in seiner Zeit" statt.
Musikwissenschaftler, Theologen, Philologen und Historiker aus Frankreich,
den Niederlanden, der Schweiz, den USA und aus Deutschland beschäftigten
sich in ihren Vorträgen mit dem Psalmen-Gesangbuch der Genfer
Gemeinde im 16. Jahrhundert. Die Tagung eröffnete die Aktivitäten
des Forschungsprojekts "Der Hugenottenpsalter Geschichte
seiner Wirkung in Deutschland und Europa", das eines von drei
Projekten des Forschungsbereichs "Kulturwirkungen des reformierten
Protestantismus" der Johannes a Lasco Bibliothek bildet.
Zum Hintergrund: Der Genfer Reformator Johannes Calvin hatte Psalmen
als einzigen Gemeindegesang im Gottesdienst vorgesehen und selbst
auch einige Psalmlieder gedichtet. Bis 1562 entstanden französische
Bereimungen mit Melodien von G. Franc, L. Bourgeois u.a. zu allen
150 Psalmen. In einer beispiellosen buchdruckerischen Kraftanstrengung
wurden von 1562-1565 62 Auflagen des Genfer Gesangbuchs gedruckt
und verbreitet. Durch die eingängigen Melodien und die leicht
singbaren vierstimmigen Sätze von Claude Goudimel wurde der
Genfer Psalter schnell populär. Übersetzungen ins Englische,
Deutsche, Niederländische und andere Sprachen führten
dazu, daß er sich als das Gesangbuch der reformierten Gemeinden
in ganz Europa durchsetzte.
Die Referate der Tagung widmeten sich dem Genfer Psalter unter
verschiedenen Fragestellungen: nach einer Untersuchung der Vorgeschichte
des Genfer Gesangbuchs standen zuerst theologische und praktische
Fragen im Mittelpunkt. So wurde die Rolle der Musik in der Theologie
Calvins untersucht, aber auch der praktische Umgang mit den Gesangbüchern
und die Reaktion der katholischen Zensur behandelt. Am zweiten Tag
lag dagegen der Schwerpunkt auf musikwissenschaftlichen Problemen.
Die Melodik des Genfer Psalters wurde in ihrer Eigenart sowie in
ihren Beziehungen zu humanistischen Odenvertonungen diskutiert.
Die Vortragenden, international anerkannte Experten, forschen zum
Teil schon seit Jahrzehnten über den Genfer Psalter.
Dirigent Masaaki Suzuki
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Die Tagung zu einem musikalischen Thema wurde natürlich auch
musikalisch begleitet: Am Abend des ersten Veranstaltungstages kam
um 20.00 Uhr Musik zum Genfer Psalter in der Neuen Kirche in Emden
zur Aufführung. Das öffentliche Konzert bot musikalischen
Hochgenuß: Der international renommierte japanische Organist
und Dirigent Masaaki Suzuki hielt nicht nur einen kurzen Vortrag
Yoshie Hida
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über die Rezeption des Genfer Psalters in Japan, sondern spielte
auch Orgel und begleitete eine Solistin seines Bach Collegiums Japan,
Yoshie Hida.
Als weiterer Organist war der Organisator der Tagung, Dr.
Jan R. Luth aus Groningen zu hören. Zudem erklang Chormusik
zum Genfer Psalter, vorgetragen vom Projektchor der Reformierten
Kirche.
Projektchor der Reformierten Kirche
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Die Vorträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht.
Zudem ist eine weitere Veranstaltung, die sich inhaltlich unmittelbar
anschließt, schon fest vorgesehen: Im April 2002 wird, wieder
in der Johannes a Lasco Bibliothek, eine Tagung über die Übersetzungen
des Genfer Psalters ins Deutsche und Niederländische stattfinden.
Am Rande der Tagung, die von allen Beteiligten als großer
Erfolg betrachtet wurde, kam es zu regem wissenschaftlichen Austausch
und persönlichen Gesprächen. So wurden auch die weiteren
Projekte des Forschungsprogramms, darunter eine Bibliographie der
deutschen und niederländischen Psalterdrucke und Faksimile-Veröffentlichungen
wichtiger Gesangbücher, mit den anwesenden Experten diskutiert.
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Masaaki Suzuki
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Organist Cembalist Dirigent
Der international anerkannte Künstler gibt am 22.3.2001 um
20.00 Uhr ein Konzert in der Neuen Kirche in Emden
Masaaki Suzuki
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Masaaki Suzuki wurde 1954 in Kobe (Japan) geboren. Im Alter von
zwölf Jahren begann er, während des sonntäglichen
Gottesdienstes Orgel zu spielen. Nach einem Abschluß in Komposition
und Orgelspiel an der Tokyo National University of Fine Arts and
Music setzte er seine Studien mit den Instrumenten Cembalo und Orgel
am Sweelinck Konservatorium in Amsterdam bei Prof. Ton Koopman und
Prof. Piet Kee fort. Er erwarb das Solistendiplom für beide
Instrumente und gewann den zweiten Preis des Cembalowettbewerbs
(Basso continuo) 1980 und den dritten Preis im Orgelwettbewerb 1982
beim Flandernfestival in Brügge (Belgien). 1981-83 unterrichtete
er Cembalo an der Staatlichen Hochschule für Musik in Duisburg.
Seit seiner Rückkehr nach Japan hat er nicht nur zahlreiche
Konzerte als Organist and Cembalist im ganzen Land gegeben, sondern
auch ein erfolgreiche Konzertserie in der Kirche der Shoin Women's
University in Kobe initiiert, in der eine klassische französische
Orgel von Marc Garnier vorhanden ist.
Masaaki Suzuki hat sich in den letzten Jahren nicht nur einen Ruf
als hervorragender Solist erworben, sondern ist auch als Dirigent
und Chorleiter erfolgreich. Seit 1990 ist Suzuki zudem Künstlerischer
Leiter des Bach Collegium Japan. Dieses Ensemble aus Barockorchester
mit zeitgenössischen Instrumenten und Chor hat sich auf J.
S. Bachs Kantatenwerk und andere geistliche Musik spezialisiert.
Als Direktor des Bach Collegium Japan arbeitet Suzuki regelmäßig
mit angesehenen europäischen Solisten und Orchestern zusammen.
Seine Aufnahmen der Kantaten, Passionen und Oratorien Johann Sebastian
Bachs genießen einen vorzüglichen Ruf und sind in Deutschland
bei dem Plattenlabel BIS erschienen. Außerdem hat Suzuki eine
Gesamtaufnahme des Werks Bachs für Cembalo (ebenfalls bei BIS)
begonnen und sich auch als Begleiter hohes Ansehen erworben.
Seit 1983 gibt Masaaki Suzuki regelmäßig Orgelkonzerte
in Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich, den Niederlanden
der Schweiz und anderen Ländern. Im Juli 1995 und 1997 lud
Philippe Herreweghe ihn zu den Academies Musicales de Saintes (Frankreich)
als Dirigent des Collegium Vocale Gent ein. Masaaki Suzuki unterrichtet
Orgel und Cembalo an der Tokyo University of Fine Arts.
Das Konzert in Emden steht im Rahmen einer Tagung der Johannes
a Lasco Bibliothek Emden, die sich dem Genfer Psalter widmet. Masaaki
Suzuki wird bei dem Konzert auch einen Kurz-Vortrag über die
Wirkung des Genfer Psalters in Japan halten. Im Konzert ist Musik
zum Genfer Psalter zu hören, darunter Kompositionen von J.P.
Sweelinck, A: van Noordt, L. Bourgeois und anderen.
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