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    Presseinformationen 2001
   
Presseinformationen 2002
Deutschlands "Bibliothek des Jahres 2001" gekürt (05.12.2001)
Spezialbibliothek-Forschungsstätte-kulturelles Forum (05.12.2001)
Bundespräsident in der JAL Bibliothek

Pietas Prussica: Politik und Frömmigkeit in Preußen (15.11.2001)

Daniel Chodowiecki: Ein hugenottischer Künstler (10.11.2001)
Bibliothek des Jahres 2001 (23.7.2001)
Der Genfer Psalter in seiner Zeit (23.3.2001)
Masaaki Suzuki (23.3.2001)
Martin Bucer und das Recht (01.03.2001)
 




    Bundespräsident in der JAL Bibliothek  
   

Eröffnungsgottesdienst der Aktion "Brot für die Welt"

Unterstützung bei Arbeit, Ausbildung und Existenzgründung

Am 1. Advent fand der traditionelle Eröffungsgottesdienst der Aktion "Brot für die Welt" diesjährig in der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden statt.
Das Thema "Auf eigenen Füßen..." wurde auch von Bundespräsident Dr. Johannes Rau aufgegriffen, der ebenfalls an diesem Gottesdienst teilnahm und eingige Worte an die Gemeinde richtete.


   
    · 03.12.2001 / fas ·    



    Deutschlands "Bibliothek des Jahres 2001" gekürt:
Emder Johannes a Lasco Bibliothek ist die Beste
 
     
Aus Deutschlands nordwestlichster Hafenstadt kommt die Bibliothek des Jahres 2001. Die Johannes a Lasco Bibliothek wird in Emden am 05. Dezember vom Deutschen Bibliotheksverband e.V. und von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius als beste Bibliothek Deutschlands ausgezeichnet. Eine unabhängige Jury hat sie einstimmig aus 29 Bewerbungen wissenschaftlicher und öffentlicher Bibliotheken der gesamten Bundesrepublik ausgewählt.

Die Stiftung Johannes a Lasco Bibliothek Große Kirche Emden ist die erste rechtlich völlig selbständige und sich selber tragende wissenschaftliche Bibliothekseinrichtung in Deutschland.
Ausschlaggebend für die Ehrung dieser Einrichtung ist ihre medienwirksame Öffentlichkeitsarbeit, mit der sie sich trotz der Spezialisierung auf theologische Literatur einem breiten Publikum öffnet. Sie stellt ihre Räumlichkeiten für Kongresse und Tagungen, für kulturelle, aber auch für wirtschaftliche und gesellschaftliche Veranstaltungen zur Verfügung. Sie regt Forschung an. In besonderer Weise widmet sie sich dem Kulturgut Buch, in dem sie die in über vier Jahrhunderte gesammelten Bestände durch Übernahmen und Ankäufe gezielt erweitert und in Ausstellungen präsentiert. Grenzüberschreitend arbeitet die Bibliothek mit der Universität Groningen zusammen. Mit ihr werden unter anderem die Emder Bestände buch- und einbandkundlich erforscht.

Die Jury hat besonders die großen Erfolge beim Einsatz neuer Technologien hervorgehoben. So fördert z.B. die Europäische Union das Projekt reformed online. Als offizieller Kooperationspartner des Reformierten Weltbundes Genf baut die JAL-Bibliothek hier ein mehrsprachiges Online-Informations-System auf. Es bietet aktuelle Informationen für und über den reformierten Protestantismus mit seinen weltweit 800 reformierten Kirchen und über 105 Millionen Mitgliedern.

Als preiswürdig hat die Jury weiterhin herausgestellt, dass zahlreiche private und öffentliche Organisationen die Emder Bibliothek finanziell unterstützen. Seit 1999 beteiligt sich die JAL-Bibliothek z.B. an der "Verteilten Digitalen Forschungsbibliothek" der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie stellt wertvolle Altbestände über das Internet der Forschung direkt zur Verfügung. Die Gesellschaft der Freunde der Johannes a Lasco Bibliothek hat Mittel zur Beschaffung bibliophiler Kostbarkeiten aufgebracht. Die Europäische Union, die Stiftung Niedersachsen, die Klosterkammer Hannover, das Land Niedersachsen und viele einzelne Spender und Sponsoren haben sich finanziell an Maßnahmen der Bibliothek beteiligt.

Der mit 50 000 DM dotierte Preis ist der einzige nationale Bibliothekspreis und wird in diesem Jahr zum zweiten Mal für vorbildliche und innovative Bibliotheksarbeit vergeben. Im letzten Jahr hat die Heinrich-Heine-Bibliothek in Halberstadt die Auszeichnung erhalten.


   
    · 06.12..2001 / fas ·    



    Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Spezialbibliothek - Forschungsstätte - kulturelles Forum
 
   

In den Ruinen der ehemaligen Großen Kirche in Emden entstand in den Jahren 1992 bis 1995 die Johannes a Lasco Bibliothek. Sie bildet heute den Rahmen eines vielfältigen Angebots für Wissenschaft und Kultur, Kirche und Gesellschaft.

Die Bibliothek geht auf das Archiv und die seit 1559 bestehende Büchersammlung der reformierten Gemeinde Emden zurück. Unter den zahlreichen Drucken der Reformationszeit befinden sich auch Werke des polnischen Humanisten und Theologen Johannes a Lasco (1499-1560) und Bände aus dem Besitz des Erasmus von Rotterdam. Die Sammlung ist heute eine öffentlich zugängliche geisteswissenschaftliche Bibliothek und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Spezialbibliothek für Geschichte und Theologie des reformierten Protestantismus gefördert. Die Johannes a Lasco Bibliothek widmet der Nutzung moderner Medien besondere Aufmerkeit. Unter anderem entwickelt sie in Kooperation mit dem Reformierten Weltbund in Genf "reformed online", ein Internet-Informationssystem für den weltweiten reformierten Protestantismus.

Den Forschungsbereich der Bibliothek mit Tagungen, Vorträgen, Publikationen und Stipendien verantwortet ein interdisziplinär und überkonfessionell besetzter Beirat von Wissenschaftlern des In- und Auslands unter Vorsitz des Kirchenhistorikers Prof. Dr. Christoph Stroh von der Ruhr-Universität Bochum. Schwerpunkt des derzeitigen Programms sind Forschungen zu den Kulturwirkungen des reformierten Protestantismus in Europa.

Neben wissenschaftlichen Veranstaltungen finden in der Johannes a Lasco Bibliothek regelmäßig Konzerte, Vorträge und Ausstellungen statt. Die historischen Räume werden darüber hinaus von Vertretern aus Kirche, Politik und Wirtschaft gerne als stilvoller Rahmen für besondere Anlässe genutzt.

Trägerin der Einrichtung ist die Stiftung Johannes a Lasco Bibliothek Große Kirche Emden, kirchliche Stiftung bR.

Das mit der Wahl zur "Bibliothek des Jahres 2001" verbundene Preisgeld in Höhe von 50.000 DM wird die Bibliothek dazu verwenden, ihre Internetangebote und Präsenz in den neuen Medien auszubauen. Geplant sind unter anderem eine Neugestaltung der Homepage in Deutsch und Englisch sowie eine 3D-Rekonstruktion der alten Großen Kirche Emden auf CD-ROM.


Weitere Informationen:
Internet: http://www.jalb.de
Corinna Roeder, Direktorin: Tel. 04921/9150-11


   
    · 06.12.2001 / fas ·    

 

    Pietas Prussica: Politik und Frömmigkeit in Preußen 1525 bis 1701

 
   
Die Johannes a Lasco Bibliothek Emden zeigt in ihren Räumen seit dem 21.11.2001 die Aus-stellung Pietas Prussica: Politik und Frömmigkeit in Preußen 1525 bis 1701. Unter diesem Titel sind in einer kleinen, aber feinen Kabinettausstellung Exponate über den Zusammenhang von Frömmigkeit und Politik im Herzogtum Preußen von der Säkularisation des Ordensstaats bis zur Krönung König Friedrichs I. zusammengetragen. Zu den Höhepunkten gehören Abendmahlsgerätschaften aus reformierten Gemeinden Königsberg, ein silbernes Thoraschild aus der jüdischen Gemeinde, katholische Elfenbeintäfelchen und die seltene Erstausgabe des Lobwasser-Psalters von 1573. Zwei großformatige Photos belegen eine Beziehung zwischen Emden und Königsberg: Sowohl das Grabmal für Herzog Albrecht im Königsberger Dom als auch die Chorschranke in der Emder Großen Kirche lassen sich auf Entwürfe des Antwerpener Bildhauers Cornelis Floris zurückführen. Für die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Oldenburger Bundesinstitut für Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa entstand, kamen Leihgaben aus Göttingen, Wolfenbüttel, Hannover und dem Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg nach Emden. Sie ist noch bis zum 2. Januar 2001 zu sehen.

Einleitungstext zum historischen Rahmen:

Politik und Frömmigkeit sind in der Geschichte Preußens von Anfang an aufs engste verflochten.

Die Christianisierung der Pruzzen hatte Anfang des 13. Jh. dem Deutschen Orden den Anlaß geboten, sich im Nordosten Europas ein eigenes Herrschaftsgebiet zu erobern. In den folgenden beiden Jahrhunderten kolonisierte der Orden das Land, es entstanden fast einhundert Städte und mehr als tausend Dörfer. Das 15. Jh. war bestimmt von verlustreichen Kriegen mit Polen. 1466 wurde der preußische Besitz des Ordens auf ein Gebiet eingeschränkt, das rund 300 Jahre lang Bestand haben sollte: von Memel im Norden und dem Königsberger Land über die Masuren bis Marienwerder und Soldau im Westen und Süden; darin eingeschlossen das Fürstbistum Ermland als eigenständige Herrschaft.

Die Reformation spielte eine Schlüsselrolle in dem Prozeß, der aus dem preußischen Ordensstaat einen weltlichen Territorialstaat werden ließ. Deutschordenshochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach nahm das Land vom polnischen König Sigismund zum Lehen und leistete 1525 den Lehnseid. Zugleich schloß sich der neue Herzog der Reformation an: Aus dem Land des Ritterordens wurde das erste lutherische Territorium. Unter der Herrschaft Herzog Albrechts erlebte der preußische Staat eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Mit der Gründung der Universität in Königsberg 1544 entstand hier auch ein geistiges Zentrum des Luthertums mit Ausstrahlung auf die benachbarten Gebiete Polens und Litauens.

Von Anfang an war das Herzogtum ein Ort konfessioneller Offenheit: Glaubensflüchtlinge aus Böhmen und den Niederlanden, aus den Nachbarländern und später aus Frankreich fanden Aufnahme und trugen zur Besiedlung, wirtschaftlichen Erschließung und kulturellen Entwicklung des Landes bei - eine durchaus einkalkulierte Nebenwirkung der preußischen Religionspolitik.

Mit dem Übergang der Landesherrschaft an die Kurfürsten von Brandenburg 1603 gewannen in Preußen reformierte Strömungen an Bedeutung. Kurfürst Johann Sigismund vollzog 1613 offiziell den Wechsel zum reformierten Bekenntnis, verzichtete aber auf den Versuch, seinen Glauben im ganzen Land durchzusetzen, zumal er gegenüber dem polnischen König als seinem Lehnsherrn in Preußen eine gewisse Öffnung für den katholischen Glauben zusagen mußte. Die preußischen Stände blieben lutherisch und leisteten anfangs Widerstand gegen das neue Bekenntnis, worin sie vom polnischen König bestärkt wurden. Doch entwickelte die Konfession des Hofes eine Ausstrahlung auf die führenden Adelsfamilien und das Königsberger Bürgertum, so daß die Zahl der Reformierten ständig zunahm. Erst 1657/60 erreichte der "Große Kurfürst" Friedrich Wilhelm die Souveränität Preußens und die Lösung von der polnischen Krone. Die Religionspolitik des absolutistischen Herrschers blieb aber vermittelnd, die Rechte der Lutheraner wurden anerkannt. Die Zahl der reformierten Gemeinden im Land blieb auf drei (Königsberg, Memel, Tilsit) beschränkt.

Kurfürst Friedrich III. - im Bemühen, mit seinen Nachbarn in Hannover und Sachsen gleichzuziehen - krönte sich 1701 zum "König in Preußen": ein Schritt, der den scharfen, aber vergeblichen Widerspruch des im Reich fortbestehenden Deutschen Ordens hervorrief. Preußen entwickelte sich in der Folgezeit mehr und mehr zur Schutzmacht des Protestantismus im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.

In den Jahren 1709-11 kam es in Nordpreußen, dem sogenannten Preußisch-Litauen, zu einer Pestepidemie, die ganze Landstriche entvölkerte. Dem Erlaß Friedrichs zum "Retablissement", der Neubesiedlung der verödeten Gebiete, folgten Einwanderer aus Litauen und Polen, aus Magdeburg und Halberstadt, aber auch Hugenotten, Nassauer und Schweizer. Friedrich Wilhelm I. setzte die Religions- und Peuplierungspolitik seines Vaters konsequent fort. Unter seiner Regentschaft wuchs die Bevölkerungszahl Preußens um 160.000 auf 600.000 Menschen. An dieser Zunahme hatten auch die Salzburger Emigranten Anteil. Mehr als 10.000 kamen ins Land, nachdem sie 1731 als Lutheraner aus ihrer Heimat im Fürstbistum Salzburg vertrieben worden waren.

Neben den großen christlichen Konfessionen ließen sich im Laufe der Jahrhunderte auch mennonitische Siedler, Anhänger antitrinitarischer Lehren sowie eine wachsende jüdische Bevölkerungsgruppe in Ostpreußen nieder: eine Vielfalt an Glaubensrichtungen, die im Europa dieser Zeit ihresgleichen suchte. Das Nebeneinander von konfessionellem Engagement und religiöser Toleranz, machtpolitischer Pragmatik und wirtschaftlichem Kalkül bestimmte über Jahrhunderte den Charakter der politischen Frömmigkeit Preußens, der Pietas Prussica.


Pietas Prussica
Politik und Frömmigkeit in Preußen
1525 bis 1701
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg

21. November 2001 - 2. Januar 2002
Eröffnung: 20.11.2001, 19.00 Uhr

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 11.00-18.00 Uhr
Sonnabend 11.00-13.30 Uhr, 14.30-17.00 Uhr
Sonntag 14.30-17.00


   
    · 22.8.2001 / fas ·    



    Daniel Chodowiecki (1726-1801) Ein hugenottischer Künstler und Menschenfreund in Berlin
 
   

Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
17. November 2001 - 2. Januar 2002

1776 schrieb Goethe an die Schriftstellerin Anna Luise Karsch in Berlin: "Und gehen Sie doch einmal zu Chodowiecki, und räumen Sie bei ihm auf, was von alten Abdrücken seiner Sachen herumfährt. Schicken Sie mir's und stehlen Sie ihm etwa eine Zeichnung." Schon damals war der seit 1743 in der preußischen Metropole ansässige, aus Danzig gebürtige Daniel Chodowiecki als Maler und Grafiker sehr populär. Er gehörte zu den wichtigsten Künstlern, die Gedankengut der europäischen Aufklärung ins Bild setzten. So sind manche seiner Arbeiten auch Zeugnisse bürgerlich-moralisierender Bildsatire. Zeitgenossen nannten ihn den "deutschen Hogarth". Er illustrierte zahlreiche Bücher, Almanache und Kalender und hierterließ ein umfangreiches malerisches, zeichnerisches und druckgrafisches Oeuvre.

Weniger bekannt ist, daß Chodowiecki als Nachfahre protestantischer Glaubensflüchtlinge aus Frankreich über Jahrzehnte ein aktives und hoch angesehenes Mitglied der Französischen Kirche zu Berlin war. Er versah das Ehrenamt des Diakons und schuf wichtige Entwürfe zum Bildprogramm des Französichen Dom auf dem Gendarmenmarkt. Seine hugenottischen Wurzeln und seine tiefe persönliche Frömmigkeit prägten sowohl sein Privatleben und sein Engagement für die Gemeinde als auch sein Werk. Dies wird besonders deutlich in seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Christentum der Aufklärung und mit dem Schicksal der Hugenotten. Die Johannes a Lasco Bibliothek Emden, die Deutsche Hugenotten-Gesellschaft in Bad Karlshafen und die Französiche Kirche zu Berlin haben zusammen mit dem Museum Mitte von Berlin eine Ausstellung und einen Katalog erarbeitet, die diese Aspekte von Chodowieckis Leben und künstlerischem Werk in den Mittelpunkt rücken. Gezeigt werden u.a. über 60 grafische Werke auf verschiedenen Schaffensperioden.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Mittwoch, dem 14.11.2001, um 19.30 Uhr statt.
Dr. Ursula Fuhrich-Grubert, Berlin, spricht über "Daniel Chodowiecki - seine Kunst zwischen bürgerlichem Alltag, reformierter Prägung und historisch-hugenottischer Tradition".

Katalog
Zur Ausstellung ist ein ausführliches, reich bebildertes Begleitbuch mit Katalog zum Preis von 39,80 DM erschienen.

Öffnungszeiten:
Di - Fr 11-18 Uhr, Sa 11-13.30 und 14.30. - 17 Uhr, So und Feiertag 14.30 - 17 Uhr.
Montags und vom 27.11. bis 2.12. sowie am 24., 25. und 31.12.2001 geschlossen.


   
    · 22.8.2001 / fas ·    


    Bibliothek des Jahres 2001  
   

Johannes a Lasco Bibliothek Emden ist "Bibliothek des Jahres 2001"

Die Johannes a Lasco Bibliothek in Emden wird vom Deutschen Bibliotheksverband e.V. und von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius als "Bibliothek des Jahres 2001" ausgezeichnet. Dies hat die unabhängige Jury einstimmig beschlossen.

Der mit 50.000.- DM dotierte Preis ist der einzige nationale Bibliothekspreis und wird in diesem Jahr zum zweiten Mal für vorbildliche und innovative Bibliotheksarbeit vergeben. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die Stadtbibliothek Heinrich Heine in Halberstadt.

Die feierliche Preisverleihung erfolgt am Mittwoch, den 5. Dezember um 14.00 Uhr. Um 12.30 Uhr findet zum Thema eine Pressekonferenz statt.

 
   
    ·22.11.2001 / Roe ·    



    Internationales Symposium
"Martin Bucer und das Recht"
 
   
Sondermarke der Deutschen Post zu Martin Bucers 450. Todestag.

Als erste Veranstaltung des neueingerichteten Forschungsprojekts "Recht und Jurisprudenz im Bereich des reformierten Protestantismus 1550-1650" fand in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden vom 1. bis 3. März 2001 eine Tagung zum Thema "Martin Bucer und das Recht" statt. Den Anlaß zu der Tagung bildete der 450. Todestag des Theologen und Reformators von Straßburg, der am 28.2.1551 im Exil in Cambridge starb. Die in Zusammenarbeit mit der Bucer-Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften organisierte Veranstaltung war das wichtigste wissenschaftliche Ereignis zum diesjährigen Gedenken an Bucer in Deutschland.

Martin Bucer war einer der bedeutendsten evangelischen Theologen seiner Zeit. Mit seiner Tätigkeit prägte er den Verlauf der Reformation in Straßburg und Oberdeutschland. Er bemühte sich um eine theologische Vermittlung zwischen den Positionen Zwinglis und Luthers und versuchte auch, mit Theologen der alten Kirche zu einem Ausgleich zu kommen. In zahlreichen Werken widmete er sich der Auslegung der Bibel, der Kirchenorganisation, aber auch Problemen des christlichen Lebens. In seiner theologischen Eigenständigkeit und der Originalität seines Denkens ist er heute – zu Unrecht – nur noch Wenigen bekannt.

An der Tagung nahmen Experten von Universitäten und Forschungseinrichtungen in Europa und den USA teil, darunter Juristen, Theologen und Historiker. Sie hielten Vorträge zu einem Themenkomplex, der bislang noch wenig untersucht wurde: Martin Bucer hat sich in seinem reformatorischen Wirken häufig auf das römische und kanonische Recht bezogen. Er verwandte juristische Argumentationen in vielen seiner Werke, und mit seiner Interpretation des Verhältnisses von Kirche und Staat übte er großen Einfluß aus. So widmeten die Vorträge sich etwa Bucers Auffassung des Widerstandsrechts, den Bezugnahmen auf römisches und kanonisches Recht in seinen wichtigsten Werken oder bestimmten Argumentationen, deren er sich etwa bei Verhandlungen auf Reichstagen bediente.

In einer Abendveranstaltung am 1. März wurde Martin Bucer einer weiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Dabei wurde der neueste Band in der Reihe seiner "Deutschen Werke" erstmals vorgestellt, in dem die Schriften zum Thema "Ehe und Eherecht" veröffentlicht werden. Der Bucer-Forscher und Verfasser seiner Biographie, Prof. Dr. Martin Greschat, hielt zudem einen Vortrag über "Martin Bucers Vorstellungen zur Erneuerung der Christenheit in Europa". Er zeigte, daß Bucer in seinen Interessen und persönlichen Kontakten Anteil am Verlauf der Reformation in vielen europäischen Ländern nahm.

Das Symposion, das erste große Zusammentreffen der Bucer-Forschung seit der Tagung zum 500. Geburtstag 1991 in Straßburg, wurde von den Teilnehmern als großer Erfolg betrachtet. Es soll eine Phase intensiverer Zusammenarbeit der international über Bucer arbeitenden Forscher einleiten.


   
    · 22.8.2001 / fas ·    



    Interdisziplinäres Symposium
"Der Genfer Psalter in seiner Zeit"

 
   

Am 22. und 23. März 2001 fand in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden eine öffentliche Tagung zum Thema "Der Genfer Psalter in seiner Zeit" statt. Musikwissenschaftler, Theologen, Philologen und Historiker aus Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, den USA und aus Deutschland beschäftigten sich in ihren Vorträgen mit dem Psalmen-Gesangbuch der Genfer Gemeinde im 16. Jahrhundert. Die Tagung eröffnete die Aktivitäten des Forschungsprojekts "Der Hugenottenpsalter – Geschichte seiner Wirkung in Deutschland und Europa", das eines von drei Projekten des Forschungsbereichs "Kulturwirkungen des reformierten Protestantismus" der Johannes a Lasco Bibliothek bildet.

Zum Hintergrund: Der Genfer Reformator Johannes Calvin hatte Psalmen als einzigen Gemeindegesang im Gottesdienst vorgesehen und selbst auch einige Psalmlieder gedichtet. Bis 1562 entstanden französische Bereimungen mit Melodien von G. Franc, L. Bourgeois u.a. zu allen 150 Psalmen. In einer beispiellosen buchdruckerischen Kraftanstrengung wurden von 1562-1565 62 Auflagen des Genfer Gesangbuchs gedruckt und verbreitet. Durch die eingängigen Melodien und die leicht singbaren vierstimmigen Sätze von Claude Goudimel wurde der Genfer Psalter schnell populär. Übersetzungen ins Englische, Deutsche, Niederländische und andere Sprachen führten dazu, daß er sich als das Gesangbuch der reformierten Gemeinden in ganz Europa durchsetzte.

Die Referate der Tagung widmeten sich dem Genfer Psalter unter verschiedenen Fragestellungen: nach einer Untersuchung der Vorgeschichte des Genfer Gesangbuchs standen zuerst theologische und praktische Fragen im Mittelpunkt. So wurde die Rolle der Musik in der Theologie Calvins untersucht, aber auch der praktische Umgang mit den Gesangbüchern und die Reaktion der katholischen Zensur behandelt. Am zweiten Tag lag dagegen der Schwerpunkt auf musikwissenschaftlichen Problemen. Die Melodik des Genfer Psalters wurde in ihrer Eigenart sowie in ihren Beziehungen zu humanistischen Odenvertonungen diskutiert. Die Vortragenden, international anerkannte Experten, forschen zum Teil schon seit Jahrzehnten über den Genfer Psalter.

Dirigent Masaaki Suzuki

Die Tagung zu einem musikalischen Thema wurde natürlich auch musikalisch begleitet: Am Abend des ersten Veranstaltungstages kam um 20.00 Uhr Musik zum Genfer Psalter in der Neuen Kirche in Emden zur Aufführung. Das öffentliche Konzert bot musikalischen Hochgenuß: Der international renommierte japanische Organist und Dirigent Masaaki Suzuki hielt nicht nur einen kurzen Vortrag

Yoshie Hida

über die Rezeption des Genfer Psalters in Japan, sondern spielte auch Orgel und begleitete eine Solistin seines Bach Collegiums Japan, Yoshie Hida.

Als weiterer Organist war der Organisator der Tagung, Dr. Jan R. Luth aus Groningen zu hören. Zudem erklang Chormusik zum Genfer Psalter, vorgetragen vom Projektchor der Reformierten Kirche.

Projektchor der Reformierten Kirche

Die Vorträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht. Zudem ist eine weitere Veranstaltung, die sich inhaltlich unmittelbar anschließt, schon fest vorgesehen: Im April 2002 wird, wieder in der Johannes a Lasco Bibliothek, eine Tagung über die Übersetzungen des Genfer Psalters ins Deutsche und Niederländische stattfinden.

Am Rande der Tagung, die von allen Beteiligten als großer Erfolg betrachtet wurde, kam es zu regem wissenschaftlichen Austausch und persönlichen Gesprächen. So wurden auch die weiteren Projekte des Forschungsprogramms, darunter eine Bibliographie der deutschen und niederländischen Psalterdrucke und Faksimile-Veröffentlichungen wichtiger Gesangbücher, mit den anwesenden Experten diskutiert.


   
    · 22.8.2001 / fas ·    



    Masaaki Suzuki  
   

Organist – Cembalist – Dirigent

Der international anerkannte Künstler gibt am 22.3.2001 um 20.00 Uhr ein Konzert in der Neuen Kirche in Emden

Masaaki Suzuki

Masaaki Suzuki wurde 1954 in Kobe (Japan) geboren. Im Alter von zwölf Jahren begann er, während des sonntäglichen Gottesdienstes Orgel zu spielen. Nach einem Abschluß in Komposition und Orgelspiel an der Tokyo National University of Fine Arts and Music setzte er seine Studien mit den Instrumenten Cembalo und Orgel am Sweelinck Konservatorium in Amsterdam bei Prof. Ton Koopman und Prof. Piet Kee fort. Er erwarb das Solistendiplom für beide Instrumente und gewann den zweiten Preis des Cembalowettbewerbs (Basso continuo) 1980 und den dritten Preis im Orgelwettbewerb 1982 beim Flandernfestival in Brügge (Belgien). 1981-83 unterrichtete er Cembalo an der Staatlichen Hochschule für Musik in Duisburg.

Seit seiner Rückkehr nach Japan hat er nicht nur zahlreiche Konzerte als Organist and Cembalist im ganzen Land gegeben, sondern auch ein erfolgreiche Konzertserie in der Kirche der Shoin Women's University in Kobe initiiert, in der eine klassische französische Orgel von Marc Garnier vorhanden ist.

Masaaki Suzuki hat sich in den letzten Jahren nicht nur einen Ruf als hervorragender Solist erworben, sondern ist auch als Dirigent und Chorleiter erfolgreich. Seit 1990 ist Suzuki zudem Künstlerischer Leiter des Bach Collegium Japan. Dieses Ensemble aus Barockorchester mit zeitgenössischen Instrumenten und Chor hat sich auf J. S. Bachs Kantatenwerk und andere geistliche Musik spezialisiert. Als Direktor des Bach Collegium Japan arbeitet Suzuki regelmäßig mit angesehenen europäischen Solisten und Orchestern zusammen. Seine Aufnahmen der Kantaten, Passionen und Oratorien Johann Sebastian Bachs genießen einen vorzüglichen Ruf und sind in Deutschland bei dem Plattenlabel BIS erschienen. Außerdem hat Suzuki eine Gesamtaufnahme des Werks Bachs für Cembalo (ebenfalls bei BIS) begonnen und sich auch als Begleiter hohes Ansehen erworben.

Seit 1983 gibt Masaaki Suzuki regelmäßig Orgelkonzerte in Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich, den Niederlanden der Schweiz und anderen Ländern. Im Juli 1995 und 1997 lud Philippe Herreweghe ihn zu den Academies Musicales de Saintes (Frankreich) als Dirigent des Collegium Vocale Gent ein. Masaaki Suzuki unterrichtet Orgel und Cembalo an der Tokyo University of Fine Arts.

Das Konzert in Emden steht im Rahmen einer Tagung der Johannes a Lasco Bibliothek Emden, die sich dem Genfer Psalter widmet. Masaaki Suzuki wird bei dem Konzert auch einen Kurz-Vortrag über die Wirkung des Genfer Psalters in Japan halten. Im Konzert ist Musik zum Genfer Psalter zu hören, darunter Kompositionen von J.P. Sweelinck, A: van Noordt, L. Bourgeois und anderen.
 

   
    · 22.8.2001 / fas ·    

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