| |
|
Die Johannes a Lasco Bibliothek ist die älteste erhaltene Bibliothek
Ostfrieslands. Sie geht auf die Büchersammlung der reformierten
Kirchengemeinde Emden zurück. Unter den zahlreichen Drucken der
Reformationszeit befinden sich auch Werke des polnischen Humanisten
und Theologen Johannes a Lasco (1499-1560) und Bände aus dem
Besitz von Erasmus von Rotterdam.
Die 1559 von dem Kirchenältesten Gerhard tom Camp begründete
Bibliothek stand ab 1570 in der Großen Kirche. Sie wuchs in
der Folgezeit weniger durch kontinuierlichen Erwerb als durch Schenkungen
und Legate von Theologen, Juristen, Historikern und Medizinern. Von
besonderer Bedeutung für den Altbestand der Bibliothek waren
dabei die
Sammlungen des Theologen Albert
Hardenberg (gest. 1574), des Emder Bürgermeisters Petrus
Medman (gest. 1583), des pfälzischen Theologen
Friedrich
Salmuth (gest. 1625) und des Emder Syndicus
Geldericus
Crumminga (gest. 1653). Aber auch in diesem Jahrhundert konnten
diverse Bestände eingegliedert werden, darunter die Bibliothek
des ehemaligen Königlichen Konsistoriums zu Aurich, die mit alten
Drucken gut bestückte Arbeitsbibliothek des Landesgeschichtlers
Prof. Ritter (gest. 1944) sowie von Prof.
Niesel, Theologe der Bekennenden Kirche und später Präsident
des reformierten Weltbundes. Als besonders wertvoll ist die erst 1993
übernommene bibliophile Sammlung des Kaufmanns
Johann
Philipp Janssen zu bewerten: rund 2000 Titel, darunter 20 Inkunabeln
und mehrere wertvolle Drucke des 16. Jhds. gelangten so in die JAL
Bibliothek. Zuden neuesten Erwerbungen zählt die Sammlung der
Kupferstiche des bekannten Buchkünstlers
Otto Rohse und die geographische Forschungsbibliothek von Arend W.
Lang.
Die Bibliothek der "Emder Gesellschaft für bildende Kunst
und vaterländische Altertümer" mit ihrem wertvollen
Bestand an historischer Literatur zur ostfriesischen Landeskunde befindet
sich seit 1997 als Depositum in der Johannes a Lasco Bibliothek.
Bei einem Gesamtbestand von gegenwärtig rund 100.000 Bdn.
umfaßt der Altbestand bis 1850 einschließlich der 75
Inkunabeln nach gedrucktem Katalog 6592 Titel. Hinzu kommen schätzungsweise
10.000 zwischen 1851 und 1900 erschienene Titel. Nach überschlägiger
Schätzung des Gesamtbestandes sind gegenwärtig ca. 3400
Drucke des 16. Jhs, 3200 des 17. und 2000 Drucke des 18.Jhs vorhanden,
bis 1850 ca. 10.000 Drucke. Neben dem hohen Anteil lateinischer
Drucke ist insbesondere auf den großen Bestand an niederländischer
Literatur hinzuweisen.
|
|
|