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    Kulturwirkungen des reformierten Protestantismus  
   

Einführung:

An der Johannes a Lasco Bibliothek Emden haben Ende des Jahres 2000 drei Forschungsprojekte unter dem Gesamtthema "Kulturwirkungen des reformierten Protestantismus" ihre Arbeit aufgenommen. Finanziert von der Stiftung Niedersachsen, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der Stiftung Johannes a Lasco Bibliothek sollen in einer Laufzeit von drei Jahren internationale Tagungen und Forschungsgespräche abgehalten, Quellen erschlossen und ausgewertet, erste Ergebnisse veröffentlicht werden. Was ist das Ziel dieses Forschungsprogramms?




 

Am Beginn des dritten Jahrtausends steht Europa vor seiner weitgehenden wirtschaftlichen und politischen Einigung. Diese Einigung wird vordergründig bleiben, wenn sie nicht mit dem Wissen um die gemeinsame Geistes und Kulturgeschichte untermauert wird - eine Geschichte, die in den fünf Jahrhunderten seit der Reformation gekennzeichnet ist durch die prägende Wirkung der drei großen Konfessionen der abendländischen Kirche: Katholizismus, Luthertum und reformierter Protestantismus.

Ausgehend von den theologischen Streitfragen der Reformationszeit entwickelten sich drei Glaubensrichtungen, die in ihren jeweiligen Gebieten auf weite Bereiche des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens ausstrahlten. Die Konfessionen beeinflußten nicht nur die Politik der europäischen Staaten, sondern auch ihr geistiges Klima, ihre internationalen Kontakte, die Künste und das tägliche Leben.

Die historische und kirchenhistorische Forschung hat in den vergangenen Jahrzehnten diesen Prozeß als "Konfessionalisierung" bezeichnet und als Fundamentalvorgang auf dem Weg zur Herausbildung der Moderne verstanden. Dabei lag der Schwerpunkt darauf, zu zeigen, daß alle drei Konfessionen gleichermaßen an dieser Entwicklung teilhatten.

Das Forschungsprogramm der Johannes a Lasco Bibliothek stellt sich nun die Aufgabe, unter Berücksichtigung des erreichten Forschungsstands noch einmal nach dem besonderen Beitrag des reformierten Protestantismus zur Formierung der westlichen Zivilisation zu fragen, um mit einer Bestandsaufnahme den Vergleich mit den anderen Konfessionen vorzubereiten. Den grenzüberschreitenden Beziehungen, mit denen die reformierten Zentren in der Schweiz und den Niederlanden in fast alle Staaten Europas ausstrahlten, wird mit der Beteiligung von Wissenschaftlern aus aller Welt Rechnung getragen. Mit drei Forschungsprojekten aus unterschiedlichen Kulturbereichen, die im folgenden vorgestellt werden, ist die Arbeit begonnen worden.


   
    · 20.11.2001 / fas ·    

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