7 kleine Dinge: Metalle - Kupfer

Von kleiner M├╝nze zum Regenrohr de Luxe


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Dienstgs-Kolumne. Von Barbara Schenck

Ein relativ weiches Metall, gut formbar und leicht zu verarbeiten, das ist Kupfer. Schon früh haben Menschen es entdeckt und genutzt. Bereits vor 10.000 Jahren wurde es verwendet. In der Genealogie von Kains Nachkommen nennt die Bibel Tubal-Kain, geboren von Zilla, als Stammvater aller Kuper- und Eisenschmiede (Gen 4,22).
Im Negev wurde seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. Kupfer abgebaut und verhüttet. Die Reste alter Kupferminen können Touristen im Timna-Park besichtigen. Waren sie gar die berühmten Kupferminen zu König Salomos Zeiten (1. Könige 7,46)?
Kupfer diente nicht nur zur Verfertigung von Gefäßen und Geräten für Kult und Alltag. Als Kupferacetat war es nützlich, um Leder grün zu färben, und zerriebene Kupfersilikate gaben Kosmetika Grüntöne.

Eine der in Qumran entdeckten Schriftrollen besteht aus Kupferblech (1% Zinn). Die Kupferrolle ist beschrieben mit einer Auflistung von Orten und Angaben, wieviel Silber oder Gold dort deponiert wurden. Die Schrift in Mischna-Hebräisch wurde 1952 entdeckt und ist heute aufgerollt und restauriert im Jordan Museum, Amman zu sehen.

Das hebräische Wort für Kupfer und seine Legierung mit Zinn, die Bronze: nechoschet klingt ein wenig wie das biblische Wort für Schlange: nachasch. Im Jerusalemer Tempel stand einst ein kupfernes bzw. bronzenes Schlangenidol (Nehuschtan), das eine Kultlegende auf Mose zurückführt (vgl. Numeri 21,4-9). Das metallene Schlangenstatue wurde jedoch von Hiskia aus dem Tempel entfernt (2. Könige 18,4).

Münzen aus Kupfer sind das wertarme Kleingeld, gepriesen im Gleichnis vom „Scherflein“ der Witwe, so sagt es die Lutherbibel, sachlicher spricht die Zürcher Variante von der „Gabe“ der Witwe (Mk 12,41-44).
Jesu Jünger übrigens sollen „weder Gold noch Silber noch Kupfer“ in ihren Gürteln haben (Mt 10,9).

Die kirchliche Bedeutung des Kupfers heute? Das edle Halbedelmetall ist ideal für kostbare Dachrinnen samt Regenrohr und … ein begehrtes Diebesgut.

Woher nur ist dieser Text abgekupfert, mögen die Lesenden sich jetzt – etwas altmodisch in Erinnerung an die Kopiermethode Kupferstich – fragen, und wenig verwunderlich ist die Antwort: Alle Informationen sind irgendwo im Internet zu finden, insbesondere bei WiBiLex.

Barbara Schenck, 13. September 2016