Bibel

Durchgehende Lesung biblischer Bücher

Hier finden Sie täglich einen biblischen oder deuterokanonischen Text in nur einem Satz: Es handelt sich um eine weisheitliche Gattung, die hebräisch mashál, griechisch apóphthegma, lateinisch senténtia und deutsch Sinnspruch heisst. Wie weltweit in Sprichwörtern konzentriert sich in solchen Sätzen Lebenserfahrung als Weisheit, die man, wenn sie überzeugt, auswendig weiss und mündlich weitersagt. Weisheit verweist auf die göttliche Weltordnung in allem und jedem. Biblisch findet sie sich natürlich in Weisheitsbüchern wie Sprüche, Qohelet und Hiob, deuterokanonisch bei Sirach und Weisheit. Spruchweisheit kommt aber zitiert überall vor, auch im Neuen Testament. Wir danken dem Theologischen Verlag TVZ für die Texte.Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Dienstag 29. August 2023

Matthäus 15,21-28

Jesus zog weiter, ging seinen Weg und kam in das Gebiet von Tyros und Sidon. Dort lebte eine Frau, die aus Kanaan stammte. Sie kam heraus und fing an zu schreien: «Herr! Du Sohn Davids! Hab Mitleid! Meine Tochter wird von Geistern gequält.» Aber Jesus sagte kein einziges Wort. Da kamen seine Jünger zu ihm: «Schick die Frau fort! Hör nur, wie sie hinter uns schreit!» Jesus antwortete ihnen: «Gesandt worden bin ich zu den verlorenen Schafen aus Israels Haus. Zu niemandem sonst.» Da fiel die Frau nieder und sagte: «Hilf mir, Herr!» Jesus antwortete ihr: «Es ist nicht gut, den Kindern Brot wegzunehmen und es den Hunden zum Frass hinzuwerfen.» «Ja, Herr», sagte die Frau, «das ist wahr. Aber die kleinen Hunde im Haus fressen auch die Brocken, die ihre Herren unter den Tisch werfen.» Da sagte Jesus: «Dein Glaube ist gross. Es soll geschehen, wie du willst», und in der gleichen Stunde wurde ihre Tochter gesund.


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 28. August 2023

Matthäus 15,15-20

Da sagte Petrus: «Du musst uns das Gleichnis erklären», und Jesus erwiderte ihm: «Habt ihr es immer noch nicht verstanden? Was in den Mund hineingeht, sage ich, das geht zuerst in den Bauch und dann in die Grube. Doch was herausgeht, aus dem Mund, das kommt aus dem Herzen und macht den Menschen gemein und beschmutzt ihn. Denn aus dem Herzen kommen die bösen Gedanken, kommen Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, Lüge und Lästerung. Das ist es, was den Menschen unrein macht. Aber mit ungewaschenen Händen zu essen, das beschmutzt keinen Menschen.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Sonntag 27. August 2023

Matthäus 15,12-14

Da kamen seine Jünger zu ihm und sagten: «Weisst du nicht, dass diese Lehre den Pharisäern anstössig ist? Sie haben dieses Wort gehört!» Jesus antwortete ihnen: «Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden, mit ihrer Wurzel! Lass diese Blindenführer nur den Blinden führen: Am Ende fallen beide ins Loch!»


Übersetzung Walter Jens 1972
Samstag 26. August 2023

Matthäus 15,10-11

Dann rief er das Volk zu sich: Hört und begreift!
Es geht hinein in den Mund / und macht den Menschen nicht schmutzig. / Es geht heraus aus dem Mund / und macht den Menschen gemein.


Übersetzung Walter Jens 1972
Freitag 25. August 2023

Matthäus 15,7b-9

Wie recht hat Jesaja gehabt; an euch erfüllt sich seine Prophetie: Mit den Lippen ehrt mich dieses Volk. / Aber sein Herz ist weit entfernt von mir. / Vergeblich verehren sie mich. / Sinnlos ist, was sie tun. / Denn was sie lehren, / ist Lehre, ist Menschen-Gesetz.


Übersetzung Walter Jens 1972
Donnerstag 24. August 2023

Matthäus 15,1-7a

Zu dieser Zeit kamen aus Jerusalem die Pharisäer und Schriftausleger zu Jesus und fragten: «Warum verstossen deine Schüler gegen die Überlieferung unserer Väter? Warum waschen sie nicht ihre Hände, bevor sie essen?» Er entgegnete ihnen: «Und warum verstosst ihr, um der Überlieferung willen, gegen Gottes Gebot? Gott hat gesagt: ‘Ehre deinen Vater und deine Mutter.’ Gott hat gesagt: ‘Wer Vater und Mutter beschimpft, sterbe den Tod!’ Ihr aber lehrt: ‘Wenn jemand seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich euch schuldig bin, schenke ich Gott und bestimme es zum Opfer im Tempel, dann braucht er seinen Vater oder seine Mutter nicht zu ehren!‘ Um der Überlieferung willen habt ihr Gottes Gebot ausser Geltung gesetzt! Ihr Heuchler! Ihr Gaukler!»


Übersetzung Walter Jens 1972
Mittwoch 23. August 2023

Matthäus 14,34-36

Dann fuhren sie zum anderen Ufer und kamen vor Genezareth an Land. Als die Menschen Jesus erkannte, schickten sie Boten aus, in die ganze Umgebung, brachten alle Kranken zu ihm und baten ihn, den Saum seines Mantels berühren zu dürfen. Und alle, die den Mantel berührten, wurden gesund.


Übersetzung Walter Jens 1972
Dienstag 22. August 2023

Matthäus 14,28-33

«Wenn du es bist, Herr», antwortete Petrus, «dann lass mich zu dir kommen, über das Wasser!» «Komm, Petrus», sagte Jesus, und Petrus stieg aus dem Boot und ging über das Wasser zu Jesus. Aber als er merkte, wie stark der Wind war, überkam ihn die Furcht, und er schrie: «Rette mich, Herr!» Da streckte Jesus die Hand aus, packte ihn und sagte: «Warum hast du gezweifelt? Wie klein dein Glaube doch ist!» Sie stiegen ins Boot, der Wind liess nach, und die Menschen im Schiff knieten nieder und sagten: «Es ist wahr: Ja, du bist Gottes Sohn.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 21. August 2023

Matthäus 14,22-27

Danach liess er seine Schüler ins Boot steigen: «Fahrt mir voraus zum anderen Ufer. Ich werde inzwischen die Menschen fortschicken.» Dann stieg er auf einen Berg, die Menschen hatten ihn wieder verlassen, und betete in der Einsamkeit. Es wurde Abend, und als die Dunkelheit kam, war er noch immer allein, während das Schiff schon weit vom Ufer entfernt war. Es fuhr gegen den Wind und hatte mit den Wellen zu kämpfen. Aber als es Morgen wurde, kam Jesus zu ihnen, seine Füsse berührten das Wasser, die Schüler sahen ihn kommen, wie er da ging. Schrecken ergriff sie: «Das ist ein Geist!», und sie schrien vor Angst. Er aber sagte zu ihnen: «Seid ruhig, ich bin es, habt keine Furcht!»


Übersetzung Walter Jens 1972
Sonntag 20. August 2023

Matthäus 14,15-21

Am Abend kamen die Schüler zu ihm: «Die Gegend ist einsam», sagten sie, «der Tag schon vorgerückt. Lass die Leute nun gehen, damit sie in den Dörfern Brot kaufen können.» Jesus antwortete ihnen: «Es braucht niemand zu gehen; gebt ihnen selber zu essen!» «Aber wir haben nur noch fünf Brote und zwei Fische.» «Dann bringt sie mir», sagte Jesus und befahl den Menschen, sich ins Gras zu setzen. Dann nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel, sprach den Segen, brach die Brote und gab sie den Schülern, und die Schüler verteilten sie unter den Menschen. Alle assen, alle wurden satt. Und als man die Brotstücke einsammelte, die übrig geblieben waren, füllten sie noch zwölf Körbe. Fünftausend Männer hatten zu essen bekommen: dazu noch Frauen und Kinder.


Übersetzung Walter Jens 1972
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