Bibel

Durchgehende Lesung biblischer Bücher

Hier finden Sie täglich einen biblischen oder deuterokanonischen Text in nur einem Satz: Es handelt sich um eine weisheitliche Gattung, die hebräisch mashál, griechisch apóphthegma, lateinisch senténtia und deutsch Sinnspruch heisst. Wie weltweit in Sprichwörtern konzentriert sich in solchen Sätzen Lebenserfahrung als Weisheit, die man, wenn sie überzeugt, auswendig weiss und mündlich weitersagt. Weisheit verweist auf die göttliche Weltordnung in allem und jedem. Biblisch findet sie sich natürlich in Weisheitsbüchern wie Sprüche, Qohelet und Hiob, deuterokanonisch bei Sirach und Weisheit. Spruchweisheit kommt aber zitiert überall vor, auch im Neuen Testament. Wir danken dem Theologischen Verlag TVZ für die Texte.Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Sonntag 11. Oktober 2020

Jesaja 58,1-7a

58 1 Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Einem Schofar gleich erhebe deine Stimme, und verkünde meinem Volk sein Vergehen und dem Haus Jakob seine Sünden! 2 Tag für Tag suchen sie mich, und es gefällt ihnen, meine Wege zu erkennen. Wie eine Nation, die Gerechtigkeit übt und das Recht ihres Gottes nicht verlassen hat, fragen sie mich nach den Satzungen der Gerechtigkeit, es gefällt ihnen, wenn Gott sich nähert. 3 Warum haben wir gefastet, und du hast es nicht gesehen, haben wir uns gedemütigt, und du weisst nichts davon? Seht, an eurem Fastentag geht ihr anderen Dingen nach, und alle eure Arbeiter treibt ihr an. 4 Seht, ihr fastet so, dass es zu Streit kommt und zu Zank und dass man zuschlägt mit der Faust des Unrechts. Ihr fastet heute nicht so, dass ihr eure Stimme in der Höhe zu Gehör bringt. 5 Soll das ein Fasten sein, wie ich es will: Ein Tag, an dem der Mensch sich demütigt? Soll man seinen Kopf hängen lassen wie die Binse und sich in Sack und Asche betten? Soll man das ein Fasten nennen und einen Tag, dem HERRN wohlgefällig? 6 Ist nicht dies ein Fasten, wie ich es will: Ungerechte Fesseln öffnen, die Stricke der Jochstange lösen und Misshandelte freilassen und dass ihr jedes Joch zerbrecht? 7 Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen und dass du Arme, Obdachlose ins Haus bringst? tvz

Samstag 10. Oktober 2020

Johannes 19,23-24

23 Nachdem nun die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, dazu das Untergewand. Das Untergewand aber war ohne Naht, von oben an am Stück gewoben. 24 Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerreissen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift in Erfüllung gehen, die sagt: Sie haben meine Kleider unter sich verteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen. Das also taten die Soldaten. tvz

Freitag 9. Oktober 2020

Jesaja 57,14-21

14 Und er spricht: Legt einen Weg an, legt einen Weg an, räumt den Weg frei! Räumt meinem Volk die Hindernisse aus dem Weg! 15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name Der-Heilige ist: In der Höhe und als Heiliger wohne ich, bei den Zerschlagenen und Erniedrigten, um den Geist der Erniedrigten zu beleben und das Herz der Zerschlagenen zu beleben. 16 Denn nicht für immer werde ich streiten und nicht ohne Ende zürnen, denn ihr Geist würde vor mir verschmachten und die, die atmen - habe doch ich sie gemacht! 17 Über die Schuld, über ihre Habsucht war ich zornig, so dass ich sie geschlagen habe, mein Angesicht habe ich verborgen, und ich war zornig, sie aber gingen abtrünnig auf dem Weg ihres eigenen Herzens. 18 Ihre Wege habe ich gesehen, und ich werde sie heilen. Und ich werde sie leiten und es ihnen mit Tröstungen vergelten, ihnen und ihren Trauernden. 19 Ich schaffe Frucht der Lippen, Frieden, Frieden dem Fernen und dem Nahen, spricht der HERR. Und ich werde sie heilen. 20 Die Frevler aber sind wie das aufgewühlte Meer, es kann keine Ruhe finden, und seine Wasser wühlen Schlamm auf und Dreck. 21 Kein Frieden für die Frevler!, spricht mein Gott. tvz

Donnerstag 8. Oktober 2020

Johannes 19,20-22

20 Diese Inschrift nun lasen viele Juden, denn die Stelle, wo Jesus gekreuzigt wurde, lag nahe bei der Stadt. Sie war in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache verfasst. 21 Da sagten die Hohen Priester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. 22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. tvz

Mittwoch 7. Oktober 2020

Jesaja 57,9-13

9 Du bist zum König gezogen mit Öl, und viele Salben hast du dir angerührt, und deine Boten hast du in die Ferne geschickt und tief hinab bis ins Totenreich. 10 Von deinem weiten Weg bist du müde geworden, du hast nicht gesagt: Es ist zum Verzweifeln! Du hast Belebung deiner Hand gefunden, darum bist du nicht schwach geworden. 11 Wen hast du denn gescheut und gefürchtet, dass du gelogen und nicht an mich gedacht hast, es dir nicht zu Herzen genommen hast? Nicht wahr, ich schweige und das seit langer Zeit, und mich musst du ja nicht fürchten! 12 Ich selbst werde deine Gerechtigkeit kundtun und deine Taten, und sie werden dir nichts nützen. 13 Wenn du schreist, sollen die dich retten, die du dir angesammelt hast; der Wind aber wird sie alle forttragen, ein Hauch wird sie hinwegnehmen. Wer aber bei mir Zuflucht sucht, der wird das Land erben und meinen heiligen Berg. tvz

Dienstag 6. Oktober 2020

Johannes 19,16b-19

16 Sie übernahmen nun Jesus. 17 Er trug sein Kreuz selber und ging hinaus zu der sogenannten Schädelstätte, die auf Hebräisch Golgota heisst. 18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte aber Jesus. 19 Pilatus liess auch eine Tafel beschriften und sie oben am Kreuz anbringen. Darauf stand geschrieben: Jesus von Nazaret, der König der Juden. tvz

Montag 5. Oktober 2020

Jesaja 57,8

8 Und hinter der Tür und dem Türpfosten hast du dein Erinnerungszeichen angebracht. Denn von mir abgewandt hast du dein Lager aufgedeckt und bist du hinaufgestiegen, hast es breit gemacht und hast dir von ihnen abgeschnitten. Ihr Lager hast du geliebt, hast die Hand angeschaut. tvz

Sonntag 4. Oktober 2020

Johannes 19,6-16a

6 Als ihn nun die Hohen Priester und die Gerichtsdiener sahen, schrien sie: Kreuzigen, kreuzigen! Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn doch und kreuzigt ihn! Ich finde keine Schuld an ihm. 7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben, denn er hat sich zum Sohn Gottes gemacht. 8 Als nun Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr 9 und ging wieder ins Prätorium hinein, und er sagte zu Jesus: Woher bist du? Jesus aber gab ihm keine Antwort. 10 Da sagte Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weisst du nicht, dass ich die Macht habe, dich freizugeben, und die Macht, dich kreuzigen zu lassen? 11 Jesus antwortete ihm: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre. Darum hat der, der mich dir ausgeliefert hat, grössere Schuld. 12 Daraufhin suchte Pilatus eine Möglichkeit, ihn loszuwerden. Die Juden aber schrien: Wenn du den da freigibst, bist du kein Freund des Kaisers. Jeder, der sich zum König macht, widersetzt sich dem Kaiser. 13 Als nun Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus noch einmal hinaus, und er setzte sich auf den Richterstuhl auf dem sogenannten Steinpflaster, das auf Hebräisch Gabbata heisst. 14 Es war Rüsttag für das Passa, um die sechste Stunde. Und er sagte zu den Juden: Da ist euer König! 15 Da schrien sie: Fort mit ihm, fort mit ihm, kreuzige ihn! Pilatus sagt zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohen Priester antworteten: Wir haben keinen König ausser dem Kaiser! 16 Da lieferte er ihnen Jesus zur Kreuzigung aus. tvz

Samstag 3. Oktober 2020

Jesaja 57,1-7

57 1 Wer gerecht ist, kommt um, und nicht einer nimmt es sich zu Herzen. Und die Treuen werden dahingerafft, ohne dass jemand darauf achtet. Von der Bosheit wird der Gerechte dahingerafft! 2 Er geht ein zum Frieden, auf ihren Lagern ruhen sie, ein jeder, der seinen geraden Weg geht. 3 Ihr aber, kommt her, ihr Kinder einer Zauberin, Nachkommen eines Ehebrechers, hat sie doch Hurerei getrieben! 4 Über wen macht ihr euch lustig? Gegen wen reisst ihr das Maul auf, wem streckt ihr die Zunge heraus? Seid ihr nicht Kinder des Vergehens, Nachkommen der Lüge: 5 die ihr in Erregung geratet bei den Terebinthen, unter jedem grünen Baum, die ihr die Kinder schlachtet in den Bachtälern unter den Felsenklüften. 6 Bei den glatten Steinen im Bachtal ist dein Anteil, sie, sie sind dein Losanteil, auch hast du ihnen Trankopfer geopfert, hast Opfer dargebracht. Sollte es mich deshalb reuen? 7 Auf einem hohen und hoch sich erhebenden Berg hast du dein Lager bereitet, auch bist du dort hinaufgestiegen, um Schlachtopfer darzubringen. tvz

Freitag 2. Oktober 2020

Johannes 19,1-5

19 1 Da nahm Pilatus Jesus und liess ihn auspeitschen. 2 Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm einen Purpurmantel um, 3 und sie stellten sich vor ihn hin und sagten: Sei gegrüsst, König der Juden!, und schlugen ihn ins Gesicht. 4 Und Pilatus ging wieder hinaus, und er sagte zu ihnen: Seht, ich führe ihn zu euch hinaus, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde. 5 Da kam Jesus heraus; er trug die Dornenkrone und den Purpurmantel. Und Pilatus sagt zu ihnen: Da ist der Mensch! tvz

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