Alternativen zum Afghanistan-Einsatz nötig

EKD-Ratsvorsitzende Käßmann und Präses Schneider fordern ''mehr Fantasie für den Frieden''

Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, unterstützt die Kritik der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann am Bundeswehreinsatz in Afghanistan.

In ihrer Neujahrspredigt hatte Ratsvorsitzende Käßmann gesagt, in Afghanistan schüfen Waffen "offensichtlich auch keinen Frieden" und "mehr Fantasie für den Frieden" gefordert. Dies löste unter Politikern der Regierung und der Opposition Kritik an der Stellungnahme der Bischöfin aus.
Präses Schneider unterstützte Käßmann am Montag (4.1.) in ihren Äußerungen. Es müsse dringend nach "Alternativen beziehungsweise Ergänzungen" zum aktuellen Afghanistan-Einsatz gesucht werden, sagte er gegenüber dem epd (Meldung auf www.ekd.de >>>). Schneider verwies auf die EKD-Denschrift "Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen", die der Legitimation militärischer Gewalt enge Grenzen setze.
Bereits Ende November hatte der evangelische Militärbischof Dr. Martin Dutzmann in einem Interview auf SWR2 eine Wende zum Zivilen im deutschen Afghanistan-Engagement gefordert (reformiert-info berichtete >>>).
In Bremen unterstützen 35 Pastorinnen und Pastoren die Forderung des Bremer Friedensforums nach Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan (reformiert-info berichtete >>>).

Quellen und weitere Informationen:
www.ekd.de/aktuell_presse/news_2010_01_04_schneider_afghanistan.htmlwww.ekd.de >>>
Neujahrspredigt von EKD-Ratsvorsitzender Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann >>>

www.evangelisch.de >>>


Barbara Schenck
Hoffnung auf mehr Unterstützung

BREMEN. In einem Brief an Bischöfin Dr. Margot Käßmann, Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat das Bremer Friedensforum mit großer Freude deren Aussagen zum Afghanistankrieg am 24. Dezember 2009 und am 1. Januar 2010 zur Kenntnis genommen und für die klaren Worte gedankt, mit denen erreicht wurde, ''dass über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan endlich eine öffentliche Diskussion geführt wird''.
Körtner: ''Das Bild von den brunnenbohrenden Entwicklungshelfern in Uniform hat sich als Illusion erwiesen''

Der Wiener evangelische Theologe und Sozialethiker Ulrich H.J. Körtner hat von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Zusammenhang mit der Afghanistan-Debatte mehr Eindeutigkeit in der Friedensethik gefordert. Die friedensethische Grundaussage der EKD, "in der Zielsetzung christlicher Ethik liegt nur der Friede, nicht der Krieg", sei zwar griffig aber auch unpräzise, heißt es in einem Beitrag des evangelischen Theologieprofessors für das Internetportal "evangelisch. de".
Ratsvorsitzende führt Gespräch mit dem Verteidigungsminister

EKD. Die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischöfin Margot Käßmann, wird am Montag, den 11. Januar mit Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zusammentreffen.
Martin Dutzmann im Interview auf SWR2

Der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann verlangt eine Wende zum Zivilen im deutschen Afghanistan-Engagement. Im Interview mit dem Südwestrundfunk (SWR) am 26. November sagte Dutzmann, er glaube, es wäre „eher nicht“ sinnvoll, noch mehr Soldaten an den Hindukusch zu schicken.
Pastor Martin Warnecke: Weihnachtsbotschaft Ermutigung zum Friedenshandeln

BREMEN. 35 Pastorinnen und Pastoren aus Bremen und Achim unterstützen die Forderung des Bremer Friedensforums nach Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Ihrer Meinung nach führe der inzwischen achtjährige Krieg in keiner Weise zum Frieden. Vielmehr dehnten sich die Kampfhandlungen auf Pakistan aus und die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung habe stark zugenommen.