Bibel

Durchgehende Lesung biblischer Bücher

Hier finden Sie täglich einen biblischen oder deuterokanonischen Text in nur einem Satz: Es handelt sich um eine weisheitliche Gattung, die hebräisch mashál, griechisch apóphthegma, lateinisch senténtia und deutsch Sinnspruch heisst. Wie weltweit in Sprichwörtern konzentriert sich in solchen Sätzen Lebenserfahrung als Weisheit, die man, wenn sie überzeugt, auswendig weiss und mündlich weitersagt. Weisheit verweist auf die göttliche Weltordnung in allem und jedem. Biblisch findet sie sich natürlich in Weisheitsbüchern wie Sprüche, Qohelet und Hiob, deuterokanonisch bei Sirach und Weisheit. Spruchweisheit kommt aber zitiert überall vor, auch im Neuen Testament. Wir danken dem Theologischen Verlag TVZ für die Texte.Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Montag 27. November 2023

Matthäus 26,20-25

Als es Abend wurde, sass Jesus mit seinen Schülern bei Tisch, und während sie assen, sprach er zu ihnen: «Ich sage euch, und das ist wahr: Einer von euch liefert mich aus.» Da überfiel sie grosse Traurigkeit, und jeder sagte: «Doch nicht etwa ich, Herr?» Jesus antwortete ihnen: «Wer mit mir die Hand in diese Schüssel taucht, liefert mich aus. Der Menschensohn muss sterben, denn es wurde geschrieben: Er geht dahin, aber wehe dem Menschen, der den Menschensohn ausliefern wird – es wäre besser für ihn, er wäre niemals geboren! Da fragte Judas, der ihn ausgeliefert hat: «Ich etwa, Rabbi? Bin ich es?» Und Jesus antwortete ihm: «Das hast du gesagt.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Sonntag 26. November 2023

Matthäus 26,17-19

Als das Fest der ungesäuerten Brote begann, kamen die Schüler zu Jesus und sagten: «Wir wollen dir das Festmahl bereiten. Wo willst du das Passahlamm essen?» Jesus antwortete ihnen: «Geht in die Stadt und sagt zu irgendeinem Mann: ‘Er ist ein Lehrer und spricht: Meine Stunde ist da. Ich will mit meinen Schülern bei dir das Passahfest feiern.’» Und die Schüler taten, wie er ihnen befohlen hatte und bereiteten das Passahmahl vor.


Übersetzung Walter Jens 1972
Samstag 25. November 2023

Matthäus 26,14-16

Dann kam die Zeit, da einer einer zwölf Schüler, Judas Iskarioth, zu den Grossen Priestern ging: «Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn ausliefere?» Sie boten ihm dreissig Silberstücke, und von nun an wartete Judas auf den Augenblick, wo er ihn ausliefern konnte.


Übersetzung Walter Jens 1972
Freitag 24. November 2023

Matthäus 26,6-13

Als Jesus in Bethanien war und am Tisch Simons, des Aussätzigen, sass, kam eine Frau mit einer Flasche zu ihm, die kristallen leuchtete und ein kostbares Salböl enthielt: Das goss sie ihm über das Haupt. Doch die Schüler wurden ungehalten und riefen: «Wozu diese Vergeudung? Das teure Öl! Man hätte es besser verkauft und das Geld den Armen gegeben!» Jesus hörte die Worte und sagte: «Warum macht ihr es der Frau so schwer? Sie hat mir Gutes getan, und was die Armen angeht, so habt ihr sie immer bei euch, mich aber nicht. Denn das Öl, das sie über mich goss, war das Salböl des Todes. Ich sage euch, und das ist wahr: Überall, wo diese Botschaft verkündet wird – in der ganzen Welt wird man berichten, was sie getan hat, und wird ihrer gedenken.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Donnerstag 23. November 2023

Matthäus 26,3-5

Die Grossen Priester und Mächtigen aber versammelten sich im Palast des Grosspriesters Kaiphas und berieten, mit welcher List sie Jesus festnehmen konnten, um ihn zu töten. «Auf keinen Fall während des Fests!», sagten sie, «nur keinen Aufruhr unter dem Volk!»


Übersetzung Walter Jens 1972
Dienstag 22. November 2023

Matthäus 26,1-2

So hat Jesus gesprochen, das sind seine Worte gewesen: «Ihr wisst», sagte er zu seinen Schülern, «in zwei Tagen ist Passah: Dann werden sie den Menschensohn ausliefern und ihn kreuzigen lassen.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Dienstag 21. November 2023

Matthäus 25,37-46

Da werden die Gerechten ihn fragen: ‘Wir hätten dich hungern und dürsten gesehen / und dir zu essen und zu trinken gegeben? / Wir hätten den Heimatlosen gesehen / und ihn beherbergt? / Hätten dir Kleider gegeben, / dich versorgt / und im Gefängnis besucht?’ Dann wird der König zu ihnen sagen: ‘Ich sage euch, und das ist wahr: / Hier schaut die armen Leute an! / Was ihr für einen der Geringsten unter meinen Brüdern getan habt, / das habt ihr für mich getan.’ Und dann wird er sich zu den anderen wenden, zu seiner Linken, und zu ihnen sagen:

‘Weg! Weg mit euch, ihr Verfluchten, / ins ewige Feuer, das der Teufel mit seinen Schergen in Brand hält! / Ich hatte Hunger, und keiner von euch gab mir zu essen. / Ich hatte Durst, doch niemand gab mir zu trinken. / Ich war heimatlos, aber die Tür eures Hauses blieb für mich verschlossen. / Ich hatte keine Kleider, ihr liesset mich nackt sein. / Ich war krank, habt ihr mich versorgt? / Ich war im Gefängnis, habt ihr mich besucht?

Dann werden sie sagen: ‘Hungrig, durstig, heimatlos, krank, im Gefängnis? / Wann hätten wir dich je so gesehen und dir nicht geholfen?’ Und er wird ihnen antworten: ‘Ich sage euch, und das ist wahr: / Hier! Schaut die armen Leute an! / Was ihr für sie nicht getan habt, / das habt ihr auch für mich nicht getan. / Ewige Strafe für sie! / Ewiges Leben für die Gerechten!


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 20. November 2023

Matthäus 25,31-36

Wenn aber der Menschensohn kommt, der Herr mit all seinen Engeln, und sich auf dem Thron seiner Macht niederlässt, dann werden die Völker vor ihm versammelt sein, und er wird sie trennen, wie der Hirt die Schafe von den Böcken trennt. Zur Rechten die Schafe, zur Linken die Böcke: So wird er sie stellen, und wird zu denen sagen, die rechts von ihm sind: ‘Kommt zu mir, mein Vater hat euch gesegnet, nehmt das Reich in Besitz, das von Anfang an für euch bestimmt war. Denn: Ich hatte Hunger, und ihr habt mir zu essen gegeben. / Ich hatte Durst, und ihr gabt mir zu trinken. / Ich war heimatlos, und ihr habt mir die Tür eures Hauses geöffnet. / Ich hatte keine Kleider, aber ihr schenktet sie mir. / Ich war krank, ihr habt mich versorgt. / Ich war in Gefangenschaft, ihr habt mich besucht.’


Übersetzung Walter Jens 1972
Sonntag 19. November 2023

Matthäus 25,14-30

Und auch dies ist ein Beispiel: Ein Mann, der auf Reisen gehen wollte, rief, ehe er aufbrach, seine Knechte zusammen und übergab ihnen alles, was er besass: Dem einen fünf Goldstücke, dem andern zwei, dem dritten eins … jedem nach seiner Fähigkeit. Als er fort war, machte sich der Knecht, der fünf Goldstücke erhalten hatte, sogleich ans Werk, arbeitete mit seinem Geld und gewann fünf Goldstücke dazu. Und auch der Knecht, der zwei Goldstücke erhalten hatte, verdoppelte sein Gut. Der dritte Knecht aber grub ein Loch in die Erde und versteckte darin das Goldstück, das er empfangen hatte: das Geld seines Herrn. Als der Herr nun nach langer Zeit heimkehrte und mit seinen Knechten abrechnen wollte, trat als erster der Knecht vor, der fünf Goldstücke empfangen hatte, und brachte ihm seinen Gewinn: ‘Herr’, sagte er, ‘fünf Goldstücke hast du mir anvertraut, und diese fünf hier habe ich dazuverdient.’ Da sagte der Herr: ‘Ich sehe, du bist ein guter und zuverlässiger Knecht, und weil du treu im Kleinen warst, will ich dir Grosses anvertrauen. Komm mit mir, das Fest wartet auf uns.’ Dann kam der Knecht, der zwei Goldstücke erhalten hatte, und sagte: ‘Herr, zwei Goldstücke hast du mir anvertraut, und diese zwei habe ich dazuverdient.’ Da sagte der Herr: ‘Ich sehe, du bist ein guter und zuverlässiger Knecht, und weil du treu im Kleinen warst, will ich dir Grosses anvertrauen. Komm mit mir, das Fest wartet auf uns.’ Schliesslich trat der Knecht vor, der das eine Goldstück empfangen hatte, und sagte: ‘Herr, ich wusste, dass du hart und unbarmherzig bist: Ernten willst du, wo du nicht sätest, und scheffeln, wo du keine Saat ausgestreut hast! Ich hatte grosse Angst vor dir: Deshalb habe ich dein Goldstück in der Erde vergraben. Hier hast du es: Es gehört dir!’

‘Du Nichtsnutz! Faulpelz!’, rief da der Herr, ‘du träger Mensch! Du wusstest, sagst du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät und scheffle, wo ich keine Saat ausgestreut habe? Dann hättest du mein Geld den Wechslern geben müssen, damit es Zinsen hecke und ich es bei meiner Rückkehr wiederbekäme: und zwar mit Gewinn! Auf! Nehmt ihm das Geld ab! Gebt es dem Knecht, der die zehn Goldstücke hat! Denn wer hat, / bekommt mehr, / und mehr als genug, / und wird im Überfluss haben.  Wer aber nichts hat. / dem wird auch das Nichts noch genommen. Nun aber werft ihn hinaus, unnütz und wertlos, wie er ist! Ins Dunkel mit ihm: Dort mag er mit den Zähnen knirschen und schreien!’


Übersetzung Walter Jens 1972
Samstag 18. November 2023

Matthäus 25,1-13

Der Tag wird kommen! Das Reich der Himmel: Mädchen nahmen ihre Lampen, um dem Bräutigam entgegenzugehen. Sie waren zu zehnt: fünf einfältige und fünf verständige Mädchen. Die Einfältigen nahmen nur die Lampen mit, doch sie vergassen das Öl. Die Verständigen dagegen nahmen mit ihren Lampen auch Krüge voll Öl mit. Als aber der Bräutigam lange nicht kam, wurden die Mädchen müde und schliefen ein. Plötzlich, um Mitternacht, lautes Geschrei: ‘Der Bräutigam! Kommt! Geht ihm entgegen!’ Da standen alle auf, machten die Lampen zurecht, und die einfältigen sagten zu den verständigen Mädchen: ‘Gebt uns etwas von eurem Öl, unsere Lampen erlöschen.’ Aber die Verständigen antworteten ihnen: ‘Für uns zusammen wird es nicht reichen. Geht lieber, und holt es vom Kaufmann!’ Da gingen die Einfältigen fort und kauften das Öl. Doch während sie noch unterwegs waren, kam der Bräutigam, und die Mädchen, die sich bereit gemacht hatten, gingen mit ihm zum Hochzeitsmahl. Dann schloss sich die Tür. Als aber die anderen Mädchen kamen – ‘Herr!’, riefen sie, ‘Herr, mach uns auf! –, antwortete der Bräutigam ihnen: ‘Ich sage euch, und das ist wahr: Ich weiss nicht, wer ihr seid.’ Darum seid wachsam, denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde!


Übersetzung Walter Jens 1972
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