Bibel

Durchgehende Lesung biblischer Bücher

Hier finden Sie täglich einen biblischen oder deuterokanonischen Text in nur einem Satz: Es handelt sich um eine weisheitliche Gattung, die hebräisch mashál, griechisch apóphthegma, lateinisch senténtia und deutsch Sinnspruch heisst. Wie weltweit in Sprichwörtern konzentriert sich in solchen Sätzen Lebenserfahrung als Weisheit, die man, wenn sie überzeugt, auswendig weiss und mündlich weitersagt. Weisheit verweist auf die göttliche Weltordnung in allem und jedem. Biblisch findet sie sich natürlich in Weisheitsbüchern wie Sprüche, Qohelet und Hiob, deuterokanonisch bei Sirach und Weisheit. Spruchweisheit kommt aber zitiert überall vor, auch im Neuen Testament. Wir danken dem Theologischen Verlag TVZ für die Texte.Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Samstag 28. Oktober 2023

Matthäus 23,1-12

Danach wandte sich Jesus ans Volk und seine Schüler und sagte zu ihnen: «Auf Moses’ Stuhl sitzen die Schriftausleger und Pharisäer. Tut, was sie euch sagen! Befolgt alles! Ihren Taten aber folgt nicht, denn sie handeln nicht nach ihren Worten. Sie bündeln die Lasten, ihr tragt sie. Euch liegt das Gewicht auf den Schultern, sie aber bewegen es nicht einmal mit ihrem Finger! Wenn sie etwas tun, dann nur zur Schau, um von den Menschen gesehen zu werden. Darum machen sie ihre Gebetsriemen breit und verlängern die Quasten an ihren Kleidern, sitzen beim Essen oben am Tisch, auf dem Ehrenplatz, und im Bethaus in der vorderen Reihe. Darum lieben sie es, wenn die Menschen sie auf den Märkten begrüssen und ‘Rabbi’ zu ihnen sagen. Ihr aber, / lasst euch nicht ‘Rabbi’ nennen: / Nur einer ist euer Rabbi, doch ihr alle seid seine Brüder. / Ihr aber, nennt niemanden ‘Vater’ auf Erden:  /Nur einer ist euer Vater – der Vater im Himmel. / Ihr aber, / lasst euch nicht ‘Lehrer’ nennen: / Nur einer, Christus, ist euer Lehrer. / Der Grösste unter euch soll euer Diener sein. / Wer sich gross macht, wird klein sein. / Und gross, wer sich klein macht.


Übersetzung Walter Jens 1972
Freitag 27. Oktober 2023

Matthäus 22,41-46

Als nun die Pharisäer versammelt waren, wandte sich Jesus zu ihnen und fragte: «Was denkt ihr: Wessen Sohn ist der Messias?» Die Pharisäer sagten: «Er ist Davids Sohn», und Jesus antwortete ihnen: «Wie aber ist es dann möglich, dass David, erfüllt vom Geist, ihn den ‘Herrn’ nennt, ‘der die Macht besitzt’? Hat David nicht gesagt: Setze dich nieder zu meiner Rechten, / sagte der Herr dem Herrn, / bis ich dir deine Feinde / unter die Füsse hinlege? Wenn aber David ihn ‘Herr’ nennt – wie kann er sein Sohn sein?» Da wussten sie nichts zu entgegnen, keiner sagte ein Wort, und niemand wagte es seit diesem Tag, ihm eine Frage zu stellen.


Übersetzung Walter Jens 1972
Donnerstag 26. Oktober 2023

Matthäus 22,33-40

Dies war seine Lehre, und als die Menschen sie hörten, erschraken sie sehr. Da es nun hiess, den Sadduzäern habe er den Mund zugebunden, kamen die Pharisäer zusammen, und einer von ihnen, ein Schriftausleger, suchte Jesus auf die Probe zu stellen: «Du bist ein Lehrer?», fragte er, um ihn zu fangen, «also sag uns: Welches Gebot im Gesetz ist das grösste?» Jesus antwortete ihnen: «’Lieben wirst du den Herrn, deinen Gott! Lieben mit deinem Herzen, deiner Seele und deinen Gedanken!’ Dies ist das Grosse Erste Gebot, und das Zweite ist ihm gleich: ‘Lieben wirst du deinen Nachbarn, wie du dich selbst liebst!’ Alles im Gesetz und den Propheten hängt an diesen beiden Geboten!»


Übersetzung Walter Jens 1972
Mittwoch 25. Oktober 2023

Matthäus 22,23-32

Am gleichen Tage kamen die Sadduzäer zu ihm, nannten ihn ‘Lehrer’, und da sie glaubten, dass kein Toter aufersteht, fragten sie ihn: «Moses hat gesagt: ‘Wenn einer stirbt und keine Kinder hat, dann heirate sein Bruder die Witwe, und für den Toten zeuge er Kinder.’ Nun waren einmal sieben Brüder bei uns: Der erste heiratete und starb, und weil seine Ehe kinderlos war, hinterliess er seinem Bruder die Frau, und wie ihm erging es dem zweiten und dritten und allen anderen Brüdern, und schliesslich starb, als letzte, die Frau. Wem also wird sie gehören, am Tage, wenn die Toten auferstehen? Wem von den Sieben, die sie besassen?» Jesus antwortete ihnen: «Verirrte! Ihr kennt weder die Schriften noch Gottes Macht. Am Tage, wenn die Toten auferstehen, wird keine Heirat mehr sein, sondern Männer und Frauen sind dann wie die Engel im Himmel. Habt ihr nicht gelesen, was Gott über das Aufstehen der Toten gesagt hat: Ich bin der Gott Abrahams, / der Gott Israels / und der Gott Jakobs. / Nicht der Gott der Toten, / sondern der Lebendigen.


Übersetzung Walter Jens 1972
Dienstag 24. Oktober 2023

Matthäus 22,15-22

Die Pharisäer aber kamen zusammen und berieten, wie sie ihm mit Worten einen Strick drehen konnten. Dann schickten sie ihre Schüler, zusammen mit den Freunden des Herodes, zu ihm und sagten: «Du bist ein Lehrer, wir wissen, dass du die Wahrheit liebst und Gottes Weg nicht verleugnest. Die Meinung der Menschen bedeutet dir wenig: Sie mögen sein, wer sie sind. Erkläre uns also: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen? Oder ist es verboten?» Jesus aber durchschaute ihre Niedertracht: «Ihr Heuchler!», rief er, «Warum stellt ihr mich auf die Probe? Kommt, zeigt mir eine von den Münzen, mit denen ihr die Steuern zahlt!» Da gaben sie ihm die Münze, und er sagte zu ihnen: «Wessen Bildnis ist das? Wem gehört hier der Titel?» Sie sagten: «Dem Kaiser.» «Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt, gebt Gott, was Gott gebührt.» Als sie das hörten, ergriff sie Erstaunen, und sie wandten sich um und gingen davon.


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 23. Oktober 2023

Matthäus 22,2-14

Das Reich der Himmel

Ein König gab für seinen Sohn ein Hochzeitsfest und schickte Knechte aus, um die Gäste zur Feier zu laden. Aber die Gäste wollten nicht kommen. Da schickte der König andere Knechte und trug ihnen auf: ‘Sagt den Gästen: Die Vorbereitung ist fertig, ich habe Ochsen und gemästete Kälber geschlachtet, es ist alles bereit, kommt also zum Fest!’ Aber die Gäste kümmerten sich nicht darum: Der eine ging auf sein Feld, der andere in sein Geschäft, und wieder andere ergriffen die Knechte, verspotteten sie und brachten sie um. Als der König das hörte, wurde er zornig und schickte ein Heer aus, um die Mörder zu töten und ihre Stadt zu zerstören. Dann sagte er zu seinen Knechten: ‘Das Hochzeitsmahl ist bereit, aber die Gäste verdienten es nicht. Auf! Geht zum Stadtrand, stellt euch an den Weg und ladet zum Hochzeitsfest ein, wen immer ihr findet!’ Da gingen die Knechte hinaus auf die Strassen und brachten mit, wen sie fanden: Böse und Gute. Und der Hochzeitssaal wurde voll: Gäste allüberall! Als der König eintrat, um sie zu sehen, erblickte er einen Mann, der kein Festkleid trug. ‘Freund’, sagte er zu ihm, ‘wie bist du hier hereingekommen – ohne festliches Gewand?’ Da verstummte der Mann. Der König aber sagte zu seinen Dienern: ‘Bindet ihm Hände und Füsse und werft ihn ins Dunkel hinaus: Dort mag er mit den Zähnen knirschen und heulen!’ Denn es sind viele geladen, doch nur wenige sind auserwählt.


Übersetzung Walter Jens 1972
Sonntag 22. Oktober 2023

Matthäus 21,45-22,1

Als die Grossen Priester und Pharisäer diese Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass er von ihnen sprach, und wollten ihn festnehmen lassen, aber sie fürchteten sich vor dem Volk. Denn das Volk hielt Jesus für einen Propheten. Und wieder sprach er in Bildern und legte Gleichnisse aus.


Übersetzung Walter Jens 1972
Samstag 21. Oktober 2023

Matthäus 21,42-44

Da sagte Jesus zu ihnen: «Habt ihr nie in den Schriften gelesen: Der Stein, / den die Maurer verwerfen, / der wertlose Stein / ist zum Grundstein geworden. / Dies hat der Herr getan. / Ein Wunder vor unseren Augen. Ich sage: Das Reich Gottes wird euch genommen und einem Volk gegeben, das fruchtbringend ist. Wer aber auf den Stein fällt, von dem ich sprach, der wird zersplittert, und auf wen er herabstürzt, den wird er zermalmen.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Freitag 20. Oktober 2023

Matthäus 21,33-41

Hört noch ein anderes Gleichnis

Es war mal ein Mann, der einen Weinberg anlegte. Er umgab ihn mit einem Zaun, meisselte aus dem Fels eine Höhlung heraus – die Weinpresse zum Keltern der Trauben –, baute einen Wachturm und verpachtete den Berg an die Winzer. Dann verliess er das Land. Als nun die Zeit der Ernte kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um die Trauben zu holen, die ihm gehörten. Aber die Winzer hielten seine Knechte fest. Den einen verprügelten sie, der andere wurde getötet, ein dritter gesteinigt. Da schickte der Herr wiederum Knechte aus – viel mehr als zuvor –, aber auch ihnen erging es nicht besser. Schliesslich schickte der Herr seinen eigenen Sohn: ‘Ihn jedenfalls’, dachte er, ‘werden sie achten’. Doch als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: ‘Er ist der Erbe. Wir töten ihn, und sein Besitz gehört uns!’ Und dann ergriffen sie ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und ermordeten ihn. Wenn nun aber der Herr des Weinbergs kommt – was, meint ihr, wird er mit den Winzern tun?’. Sie sagten: ‘Ein böses Ende wird er den Bösen bereiten: Er wird sie töten und den Weinberg an Winzer verpachten, die ihm zur rechten Zeit seine Trauben abliefern.’


Übersetzung Walter Jens 1972
Donnerstag 19. Oktober 2023

Matthäus 21,28-32

Was aber meint ihr zu dieser Geschichte

Es war einmal ein Mann, der hatte zwei Söhne und sagte zum ersten: ‘Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg.’ Derr Sohn antwortete: ‘Ja, Herr.’ Aber er ging nicht. Da bat der Vater auch den zweiten Sohn: ‘Geh, arbeite heute im Weinberg.’ Der Sohn antwortete: ‘Nein, Herr.’ Aber später ergriff ihn die Reue, und da ging er hin. Wer von den beiden hat dem Vater gehorcht? Sie sagten: ‘Der zweite’. Jesus antwortete ihnen: «Ich sage euch, und das ist wahr: Zöllner und Huren – Habgierige! Schamlose! – kommen eher ins Reich Gottes als ihr.Johannes kam und zeigte euch den rechten Weg. Ihr habt ihm nicht geglaubt … geglaubt haben ihm nur die Zöllner und Huren. Alles lag offen zutage, und doch seid ihr nicht umgekehrt und habt ihm geglaubt.


Übersetzung Walter Jens 1972
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