Bibel
Durchgehende Lesung biblischer Bücher
Matthäus 21,23-27
Als Jesus in den Tempel ging und zu lehren begann, kamen die Grossen Priester und Mächtigen zu ihm und fragten: «Mit welchem Recht tust du dies? Wer hat dir Vollmacht gegeben?» Jesus antwortete ihnen: «Auch ich habe eine Frage an euch. Wenn ihr mir antworten könnt, will ich sagen, wer mir Vollmacht gab, so zu handeln: Johannes’ Taufe – war sie von Gott oder den Menschen?» Da überlegten sie untereinander: «Wenn wir sagen ‘von Gott’, wird er fragen: ‘Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?’, und wenn wir ‘von den Menschen’ sagen, wird das Volk über uns kommen, denn es hält Johannes für einen Propheten. Darum sagten sie zu Jesus: «Wir wissen es nicht». Und er antwortete ihnen: «Dann sage auch ich nicht, wer mir die Vollmacht gab, so zu handeln.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 21,17-22
Dann liess er sie stehen und ging aus der Stadt hinaus, nach Bethanien. Dort blieb er während der Nacht. Als er am anderen Morgen in die Stadt zurückkehrte, hatte er Hunger. Da sah er einen Feigenbaum am Weg, einen einzelnen Baum, und ging auf ihn zu. Aber er fand nur Blätter an ihm. Da sagte er zu dem Baum: «Dann sollst du in Ewigkeit früchtelos bleiben!». Und der Baum vertrocknete und wurde im gleichen Augenblick dürr. Als die Schüler das sahen, ergriff sie Erstaunen: «Wie konnte der Feigenbaum so plötzlich verdorren?» Jesus antwortete ihnen: «Ich sage euch, und das ist wahr: Wenn euer Glaube fest ist und ihr nicht zweifelt, könnt ihr nicht nur den Feigenbaum dürr werden lassen, sondern auch diesem Berg hier befehlen: ‘Auf! Stürz dich ins Wasser!’, und dann wird es geschehen. Alles, was ihr im Gebet erfleht, werdet ihr erhalten, wenn ihr nur glaubt.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 21,14-16
Da kamen die Blinden und Lahmen im Tempel zu ihm, und er heilte sie alle. Doch als die Grossen Priester und Schriftausleger sahen, welche Wunder er tat, und als sie die Kinder schreien hörten im Tempel: «Hosianna dem Sohn Davids», wurden sie zornig: «Hörst du nicht, was sie da rufen?» Doch Jesus antwortete ihnen: «Ich höre es gut – ihr aber, habt ihr das Wort nicht gelesen: Es war dein Wille / dass der Mund der Kinder: / Lallen und Schreien / dich preist.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 21,9-13
Als er in Jerusalem einzog, verfiel die ganze Stadt in Aufregung. Man rief «Wer ist das?» Die Leute antworteten: « Das ist der Prophet Jesus aus Nazareth in Galiläa.» Jesus aber ging in den Tempel, verjagte die Händler und Käufer und trieb sie alle hinaus. Dann stiess er die Tische der Geldwechsler um und zertrümmerte die Stände der Taubenverkäufer. «Es ist geschrieben worden», rief er aus: «’Mein Haus soll heissen: Haus des Gebets. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht, ein Versteck für die Beute!’»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 21,6-8
Da gingen die Schüler fort und taten, was er ihnen gesagt hatte. Sie brachten die Eselin und das Füllen, und Jesus setzte sich auf die Kleider, die sie über die Tiere gelegt hatten. Die Menschen breiteten Gewänder auf die Strasse, schnitten Zweige von den Bäumen, streuten sie auf den Weg. Einige liefen voraus, andere folgten dem Zug. Und die Menge begann zu schreien und rief: Hosianna dem Sohn Davids. / Gepriesen sei, / der im Namen des Herrn kommt. / Hosianna in den Höhen der Himmel!
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 21,4-5
Dies geschah, damit sich das Wort des Propheten erfüllte: Sagt Zion, der Tochter: / Sieh, dein König kommt zu dir. / Er ist freundlich / und reitet auf einem Lasttier, / der Eselin und ihrem Füllen.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 21,1-3
Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Bethphage am Ölberg, schickte Jesus zwei seiner Schüler voraus und sagte ihnen: «Das Dorf dort! Wenn ihr hinein geht, werdet ihr angepflockt eine Eselin finden und bei ihr ein Füllen: Die bindet los und bringt sie zu mir, und wenn jemand euch anspricht, erklärt ihm: «Der Herr braucht sie und bringt sie zurück.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 20,29-34
Als sie Jericho verliessen und die Scharen von Menschen ihnen folgten, sassen zwei Blinde am Weg. Die schrien, als sie hörten, dass Jesus vorbeiging: «Herr! Sohn Davids! Hab Erbarmen mit uns!» Aber die Menschen wurden zornig und befahlen ihnen zu schweigen. Da schrien die beiden noch lauter: «Herr! Sohn Davids! Hab Erbarmen mit uns!», und Jesus blieb stehen, rief die beiden zu sich und fragte: «Was soll ich tun? Was wollt ihr von mir?» Sie sagten: «Wir wollen, dass unsere Augen sich öffnen». Und Jesus hatte Mitleid und berührte die Augen. Da blickten die Blinden auf und folgten ihm nach.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 20,24-28
Als die zehn anderen Schüler das hörten, wurden sie ärgerlich über die Brüder, aber Jesus rief sie zu sich und sagte: «Ihr wisst, die Herrscher unterjochen die Völker, und die Grossen der Erde missbrauchen die Macht über die Menschen. Nicht so bei euch! Wer unter euch mächtig sein will, sei euer Diener, und wer der Erste sein möchte, sei euer Knecht! Denn auch der Menschensohn ist nicht als Herr, sondern als Diener gekommen und gibt sein Leben als Lösegeld hin, damit viele losgekauft werden.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 20,20-23
Da kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, fiel auf die Knie und flehte ihn an. «Was willst du?», fragte Jesus, und die Frau antwortete ihm: «Hier meine beiden Söhne! Lass sie in deinem Reich neben dir sitzen – den einen zur Rechten, den andern zur Linken!» Aber Jesus sagte: «Ihr wisst nicht, worum ihr bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den ich trinken muss?» «Wir können es», sagten die Brüder. Und Jesus antwortete ihnen: «Ihr werdet ihn trinken. Doch zu bestimmen, wer an meiner Rechten und an meiner Linken sitzen wird, steht mir nicht zu, denn das wird jenen gewährt, die mein Vater auserwählt hat: Sie sind schon bereit.»
Übersetzung Walter Jens 1972
