Bibel
Durchgehende Lesung biblischer Bücher
Matthäus 20,17-19
Als Jesus auf dem Weg nach Jerusalem, in die Berge hinauf, mit seinen Schülern allein war, sagte er zu ihnen: «Gebt acht, wir gehen nach Jerusalem – dort wird der Menschensohn den Grossen Priestern und Schriftauslegern in die Hände fallen: Die werden ihn zum Tode verurteilen, ihn den Heiden ausliefern und zu ihnen sagen: ‘Lacht in aus! Peitscht ihn! Schlagt ihn ans Kreuz!’ Aber am dritten Tag wird er auferweckt werden.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 20,1-16
Das Reich der Himmel
Ein Gutsherr zog am Morgen aus, um Männer zu finden, die gegen Lohn in seinem Weinberg arbeiteten, und als er sie fand und handelseinig mit ihnen wurde – ein Denar für einen Tag –, schickte er sie zu seinem Garten. Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sagte zu den Männern, die auf dem Markt herumstanden und keine Beschäftigung hatten: ‘Kommt, geht auch ihr in meinen Weinberg. Ich will euch geben, was recht ist’, und die Männer gingen hin. Auch um die sechste und neunte Stunde ging er wieder hinaus und machte es genauso wie vorher, und als er um die elfte Stunde immer noch Männer fand, die herumstanden, sagte er zu ihnen: ‘Was steht ihr hier den ganzen Tag herum, ohne etwas zu tun?’ Die Männer antworteten ihm: ‘Uns hat niemand Arbeit gegeben.’ Da sagte der Herr: ‘Kommt, geht auch ihr in meinen Weinberg.’ Später, als es Abend wurde, sagte der Gutsherr zu seinem Verwalter: ‘Ruf die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn; den letzten zuerst, den ersten zuletzt.’ Da kamen die Arbeiter, die in der elften Stunde eingestellt wurden, und erhielten ihren Lohn: jeder einen Denar. Und als die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, ihr Lohn wäre höher, doch als auch ihnen nur ein Denar ausgezahlt wurde, wurden sie unwillig und murrten über den Gutsherrn: ‘Die letzten hier haben nur eine einzige Stunde gearbeitet, und dennoch hast du ihnen das gleiche gegeben wie uns, die wir die Last des Tags getragen haben und die Hitze aushalten mussten.’ Da sagte der Gutsherr zu einem von ihnen: ‚Hör, Freund, ich tu dir kein Unrecht. Sind wir nicht handelseinig geworden? Ein Denar für den Tag: So war es ausgemacht zwischen uns! Also nimm dein Geld und geh! Ich aber will den letzten hier das gleiche geben wie dir. Darf ich mit meinem Geld nicht tun, was ich will? Oder blickst du deshalb so böse, weil ich grosszügig bin?‘ Die Letzten: die Ersten, die Ersten: die Letzten – so wird es sein.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 19,27-30
Da sagte Petrus: «Sieh uns an! Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt: Was ist unser Lohn?» Jesus antwortete ihnen: «Ich sage euch, und das ist wahr: Am Tage der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzt, werdet auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Wer um meinetwillen verlässt, was er hat, Häuser und Äcker, Brüder und Schwestern, Eltern und Kinder: Hundertfach wird er alles wieder empfangen und das ewige Leben gewinnen. Aber viele, jetzt die Ersten, werden dann die Letzten sein und die Letzten die Ersten.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 19,23-26
Jesus aber sagte zu seinen Schülern: «Ich sage euch, und das ist wahr: Es ist nicht leicht für einen reichen Mann, ins Reich der Himmel zu kommen. Ich sage es zweimal: Eher geht ein Kamel durch das Loch einer Nadel, als dass ein reicher Mann ins Reich Gottes gelangt.» Als die Schüler das hörten, erschraken sie sehr: «Wer», fragten sie, «wird dann noch gerettet?» Jesus aber blickte sie an und sagte: «Für Menschen ist das unmöglich, doch alles ist möglich für Gott.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 19,16-22
Da kam ein Mann zu ihm und fragte: «Du bist ein Lehrer. Sag mir, was muss ich Gutes tun, um ein ewiges Leben zu haben?» Jesus antwortete ihm: «Warum fragst du mich nach dem Guten? Ein einziger nur ist der Gute. Halte seine Gebote: Dann wirst du das Leben gewinnen.» «Welche Gebote?», fragte der Mann. «Das Gebot ‘Du wirst nicht töten’», sagte Jesus, «und ‘Du wirst die Ehe nicht brechen’, und ‘Du wirst nicht stehlen’, und ‘Du wirst keinen Meineid schwören’, und ‘Ehre Vater und Mutter’, und ‘Du wirst deinen Nachbarn lieben, wie du dich selbst liebst.’» Der Mann, der noch jung war, antwortete ihm: «Ich habe alle diese Gebote gehalten. Was also fehlt noch?» «Wenn du dein Ziel erreichen willst», sagte Jesus, «dann geh heim, verkauf deinen Besitz und schenk ihn den Armen. Dann komm zurück und folge mir nach.» Als der Mann das hörte, wurde er traurig und ging fort, denn er war reich.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 19,13-15
Da brachte man die Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hand auflege und für sie bete. Die Schüler aber wiesen die Menschen zurück. Doch Jesus sagte: «Lasst die Kinder! Hindert sie nicht, zu mir zu kommen. Denn, wer wie sie ist, dem gehört das Reich der Himmel.» Dann legte er ihnen die Hände auf und zog weiter.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 19,10-12
Da sagten seine Schüler zu ihm: «Wenn dies die Lage zwischen Mann und Frau ist, bringt die Heirat keinen Gewinn.» Jesus antwortete ihnen: «Nicht jeder – nur wem es gegeben ist – fasst dieses Wort: Es gibt Verschnittene, die es schon im Mutterleib waren. / Es gibt Verschnittene, die von Menschenhand verstümmelt worden sind. / Es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des himmlischen Reichs willen. Dies fasse, wer es fassen kann.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 19,7-9
Da sagten die Pharisäer: «Und warum hat Moses erlaubt, dass der Mann seiner Frau einen Scheidungsbrief geben und sie fortschicken darf?» Jesus antwortete ihnen: «Weil euer Herz hart ist, hat Moses euch erlaubt, eure Frauen fortzuschicken. Doch am Anfang ist es nicht so gewesen. Ich aber sage euch: Wer seine treue Frau fortschickt und eine andere heiratet, der treibt Ehebruch.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 19,3-6
Da kamen die Pharisäer zu ihm und fragten, um ihn auf die Probe zu stellen: «Erlaubt es das Gesetz, dass ein Mann sich von seiner Frau scheiden lässt – aus welchem Grund es auch sei?» Jesus antwortete ihnen: «Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie von Anfang an als Mann und Frau gemacht hat und dass es heisst: ‘Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau so nah verbunden sein, dass sie eins werden: Zwei Menschen und doch nur einer.’ Was aber Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht zertrennen.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 19,1-2
So hat Jesus in Galiläa geredet. Dann zog er weiter in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordans. Die Menschen folgten ihm in Scharen. Und er heilte sie alle.
Übersetzung Walter Jens 1972
